Spieltest “WÜRFELmania” Teil 2

So, nachdem uns nun einiges dazwischen gekommen ist, haben meine Eltern und ich am vergangenen Wochenende das Spiel ausgiebig getestet. Damit ich mich jetzt hier bei der Rezension nicht selber verwirre, hier eine Liste der Kategorien, zu denen wir uns Gedanken gemacht haben:

  • Einstieg ins Spiel
  • Spielmaterialien
  • Zeitmanagement
  • Spielablauf
  • Zielgruppe
  • Fazit

Zunächst zum Einstieg ins Spiel: Die vielen – genau 133 – Würfel waren schnell in die vorgesehenen Fächer der Verpackung sortiert, das Spielfeld aufgeklappt und die Karten an ihren vorgesehenen Platz darauf gelegt. Der erste Eindruck nach dem Aufbau war, dass unser Küchentisch für das Spiel ausreichend ist und dennoch genug Platz bleibt. Beispielsweise für Getränke.

Zu den Spielmaterialien selbst: Das Spielbrett macht einen sehr stabilen und hochwertigen Eindruck, ebenso die verschiedenen Aktionskarten. Auch die meisten Würfel sehen auf den ersten Blick gut aus. Uns ist jedoch aufgefallen, dass die Mini-Würfel in der Tat sehr winzig sind (siehe Bild mit Münze zum Größenvergleich) und auch die Punktzahl an einigen der Würfel schlecht aufgedruckt zu sein scheint. Wären die Würfel doppelt so groß, würden sie immer noch klein genug sein, allerdings wären sie dann wohl auch für weitsichtige Personen erkennbar. Ein weiteres optisches Problem dieser Art besteht bei den Karten des Spiels. Diese enthalten am oberen Rand Anweisungen, welche Würfel benötigt werden und am unteren Rand, welcher „Preis“ beim Erfüllen der Aufgabe winkt. Diese Angaben sind leider ebenfalls sehr klein – und noch dazu in einer Serifen-Schriftart – gedruckt, weshalb meine Eltern andauernd zur Lesebrille griffen.

Nun zum Zeitmanagement: Die Spielanleitung gibt an, dass ein Spiel etwa 30 Minuten dauern sollte – deshalb haben wir zwischendrin immer mal wieder auf die Uhr geschaut. Zugegeben, beim ersten Mal spielen waren wir nicht weiter verwundert, dass wir länger als 30 Minuten gebraucht haben (es waren ca. 60), schließlich mussten wir uns erst in das Spiel reindenken. Aber auch das zweite Spiel war mit ungefähr 50 Minuten nicht wirklich schneller. Vielleicht sollte die Zeitangabe auf 45+ erhöht werden.

Der Spielablauf selbst hat sich anfangs ein wenig kompliziert gestaltet, weil wir nicht genau wussten, wie wir anfangen sollten. Wir haben dann einfach gewürfelt und der mit der höchsten Augenzahl durfte beginnen. Doch womit? Es war trotz Spielanleitung erstmal für uns unklar, ob wir Würfeln sollten (mit welchem Würfel?), dann die Aufgabe zu lösen hatten oder erst Aufgaben lösen mussten und dann würfeln – oder was auch immer tun – sollten. Nach einigem diskutieren war es dann aber recht schnell klar:

Man zieht bei WÜRFELmania immer eine Karte aus dem Bereich, in dem man sich gerade auf dem Spielfeld befindet. Dann liest man auf der Karte, welche Würfel benötigt werden, welche Aufgabe zu erledigen ist und welche Anzahl an Feldern man vorrücken darf, sollte man die Aufgabe erfolgreich lösen. Es gibt drei generelle Aufgabenbereiche: Actionland, Knobelfeld und Quizville. Die Karten vom Actionland sind häufig mit Zeichnen oder Bewegung verbunden, Knobelfeldaufgaben beinhalten Denksport und Geschicklichkeit und Quizville enthält, wie der Name bereits verrät, Quiz-Fragen.

Besonders gefallen hat uns, dass man durch die Gestaltung des Spielfeldes immer wieder andere Bereiche und somit andere Aufgabentypen bekommt. Es haben sich jedoch auch Situationen ergeben, da kam ein Spieler einfach nicht weiter und musste immer ähnliche Aufgaben erfüllen. Dadurch wurden diese als nicht ganz so lustig empfunden.

Weniger gefallen haben uns die Formulierungen auf einigen Karten – manchmal waren sie mehrdeutig bzw. grammatikalisch nicht ganz einwandfrei. So lautet eine Aufgabe des Actionlandes „Starte die Sanduhr und stapel bis Ablauf der Zeit alle 10 Miniwürfel aufeinander“. „Staple“ wäre hier korrekt gewesen und die Aufgabe konnte auch missverstanden werden. So hatten wir den Eindruck, dass auch zwei Stapel a 5 Würfeln gegolten hätten. Zumal die Mini-Würfel, wie bereits beschrieben, wirklich ein wenig zu klein sind um die Aufgabe innerhalb von 30 Sekunden zu bewältigen. Ebenfalls ein wenig missverständlich war folgende Aufgabe aus dem Knobelbereich: „Jeder Spieler wirft 3 braune Würfel. Multipliziere zwei davon und Teile das Ergebnis durch den dritten Wurf. Das höchste Ergebnis gewinnt.“ Uns war an dieser Stelle nicht klar, ob wir erst zwei Würfel werfen sollten und dann den dritten – oder ob alle drei gleichzeitig gewürfelt werden sollten und man sich dann die Zahlenkombination aussuchen durfte.

Bis auf ein paar dieser Missverständnisse gab es jedoch keine weiteren Probleme und wir hatten recht viel Spaß am Spiel, da es sehr abwechslungsreich zugeht.

Einige Anmerkungen haben wir jedoch noch – und diese beziehen sich hauptsächlich auf die Zielgruppe:

Das Spiel wird für 12+ empfohlen, sollte also für alle Altersgruppen von Teenagern bis hin zu (Ur-)Großeltern interessant sein. Und auch machbar. Leider hatte jede der drei Kartenkategorien in dieser Hinsicht Schwächen – diese machen das Spiel vielleicht nicht unspielbar, schmälern aber das Langzeitvergnügen.

Zu den Problemen beim Actionland: Hier sind die Aufgaben zum Teil mit Bewegung verbunden, man soll Filmszenen nachstellen, Liegestütze machen oder gar Tätowierungen zeigen. Filmszenen können für ältere Personen durchaus machbar sein – aber schon ich als 22-Jährige hatte keine Lust auf Liegestütze. Die konnte ich noch nie – und meine Eltern sind zwar Amateur-Turniertänzer, fanden die Idee jedoch auch ein wenig blöd. Zumal wir erst einmal Möbel rücken müssen um den nötigen Platz zu haben. Für Großeltern, die das Spiel mit ihren Enkeln spielen möchten stellen sich möglicherweise noch größere Probleme, wenn sie nicht mehr so mobil sind. Und die zu zeigenden Tätowierungen fanden wir – zumal das Spiel für Kinder ab 12 Jahren geeignet sein soll – sehr unpassend.

Die Knobelland-Probleme finden sich im Zusammenhang mit den bereits erwähnten Mini-Würfeln, da diese für ältere Spieler haptisch und optisch nicht ganz optimal sind.

Eigenartigerweise hat uns Quizville vor die größte Herausforderung gestellt. Meine Eltern und ich lieben Quizfragen und können meist mit einem gesunden Allgemein- oder Halbwissen auftrumpfen. Von daher dachten wir, dass ebendiese Aufgaben die leichtesten sein würden. Doch vom Allgemeinwissen wurde in unseren Augen nur sehr wenig abgefragt. Die Fragekategorien beschränkten sich hauptsächlich auf Musik- und Medienfragen, die man eigentlich nur beantworten konnte, wenn man in letzter Zeit viel Ferngesehen und Musik gehört hat oder ins Kino gegangen ist. Fragen zu Politik und Weltgeschehen oder Naturwissenschaften haben wir auch im zweiten Durchgang gänzlich vermisst. Insgesamt sollten die Quizfragen mit Aufbausets aufgestockt – sonst weiß man schnell alle Lösungen – und vor allem zeitloser gestaltet werden. Fragen, die auch in 20 oder 30 Jahren beantwortbar sind versprechen ein langanhaltendes Spielvergnügen – Fragen, die für mich als sehr medienaffine Medienstudentin kaum zu beantworten sind, dürften in einer solchen Zeitspanne sehr veraltet wirken. Der Vorteil von Fragen, die stärker auf das Allgemeinwissen abzielen ist zudem, dass man hierüber Kindern im Schulalter spielerisch Fakten vermitteln kann, die sie nicht so schnell wieder vergessen.

Unser Fazit:

WÜRFELmania ist ein lustiges Spiel für die gesamte Familie, das auch beim zweiten Mal spielen noch gute Laune verbreitet. Einzelne Schwächen könnte man durch neue oder zusätzliche Karten, die noch genauer auf die Zielgruppen ausgerichtet sind, ausmerzen und es so zu einem Spiel machen, das man auch nach Jahren wieder aus dem Schrank holt.

Wir werden es sicher noch einmal in größerer Runde ausprobieren – dann mit 5 Personen – und vielleicht, je nach dem, wann das sein wird, gibt es dann noch einen weiteren Blogartikel dazu.

Bis dahin, noch einmal ein herzliches Dankeschön an Amigo Spiele für dieses schöne Spiel – wir werden es trotz mancher Kritik sicher gerne wieder aus dem Schrank holen.

EDIT: Fotos werden folgen, sobald die Technik nicht mehr zickt…

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