Rezension: „Fuck the Möhrchen“ (Barbara Ruscher)

Demnächst habe ich ein oder vielleicht auch zwei Rezensionen der etwas anderen Art für Euch – was genau, bleibt aber noch mein Geheimnis – hier jetzt erst einmal eine „traditionelle“ Rezension zu einem Lovelybooks-Leserunden-Buch.

Inhalt:

Mia ist ein Baby und die Hauptfigur dieses Buches. Alles, was Mia in ihrem erste Jahr erlebt, erlebt man als Leser durch ihre Augen. Von der Geburt, über das erste Treffen mit den Großeltern, regelmäßige Begegnungen mit anderen jungen Eltern und ihren Sprösslingen – darunter der für Mia äußerst interessante Sören-Wotan – und Baby-Kursen mit interessanten Abkürzungen im Namen und noch interessanteren Kursinhalten. Mia muss auch erleben, wie ihre Eltern unter dem Stress der Elternschaft Probleme miteinander bekommen und diese die Ehe massiv bedrohen.

Mein Eindruck:

Mia ist ein lustiges Baby, ihre Gedanken sind sehr amüsant zu lesen. Ein wenig verwirrend ist, dass sie von manchen Dingen – Künstlern, Epochen, etc. – schon umfassend Ahnung hat, aber so etwas simples wie Weihnachten nicht versteht.

Auf dem schmalen Grat zwischen amüsant und irritierend bewegt sich auch das Verhalten der jungen Eltern – von Mia und den anderen Babys. Diese wetteifern mehr um die babyfreundlichste Ausstattung der Kinderwagen, als mancher Autofan über PS und ähnliche Fakten. Außerdem vergleichen sie permanent die Entwicklungsgeschwindigkeit ihrer Babys, versteifen sich in Hochbegabten-Theorien, planen verfrühte Schuleintritte und man überlegt als Leser, ob nicht auch schon die Karriere der kleinen Windelrocker vor deren Geburt festgelegt wurde.

Irgendwo dazwischen finden sich immer wieder meine persönlichen Lieblingsfiguren: Die Großeltern Mias. Der Opa ist immer für einen guten Spruch zu haben und die Oma ist geheimnisvoller, als man das anfangs denken mag.

Fazit:

Mir gefällt vor allem die Idee, die Geschichte aus der Sicht eines Säuglings zu erzählen. Die satirischen Elemente lassen natürlich einiges als besonders extrem herausstechen – der Ökowahn der Eltern beispielsweise, oder auch die ständige Vergleicherei von Entwicklungen. Zu vermuten ist dabei jedoch, dass ein wahrer Kern dabei ist, was für mich eine befremdliche Vorstellung ist.

Ein wenig befremdlich fand ich auch die Gedanken Mias bezüglich Sören-Wotan. Freundschaft zwischen Babys ist ja okay – das ging jedoch schon in eine Richtung, die man erst bei Teenagern erwartet. Babys im Beziehungsstress fand ich ein wenig zu viel. Und auch die Auflösung am Ende war ein wenig… konstruiert, wenn auch nett zu lesen.

Ansonsten ist das Buch amüsant, leicht und schnell zu lesen und eine schöne Ablenkung nebenbei.

3 von 5 Sternen

Dankeschön an dieser Stelle für die schöne Leserunde und das Exemplar des Buches!

Weiteres zum Buch

  • Taschenbuch: 240 Seiten
  • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 2 (9. September 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3746629837
  • ISBN-13: 978-3746629834
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