Rezension: „Die Luftpumpe am Himmel“ (Peter Plaßmeyer – Hrsg.)

Anfang Juli war mein bester Freund bei mir zu Besuch und gemeinsam haben wir so das typische Dresden-Programm für Touristen absolviert: Stadtrundgang, Dampferfahrt, Besuch des Historischen Grünen Gewölbes – und auch ein Besuch in den Ausstellungen im Zwinger war dabei. Dort befinden sich bekanntermaßen die Porzellansammlung, die Galerie Alte Meister und auch der Mathematisch-Physikalische Salon.

Der Mathematisch-Physikalische Salon hat mich schon länger gereizt und ich habe mich gefreut, ihn endlich einmal besichtigen zu können. Und – Leseratte, die ich nunmal bin – dort habe ich mir auch ein Buch mitgenommen: „Die Luftpumpe am Himmel“, das, so der Untertitel, Einblick in die „Wissenschaft in Sachsen zur Zeit Augusts des Starken und Augusts III.“ gibt.

luftpumpe

„Die Luftpumpe am Himmel“, hier mit dem tollen Lesezeichen, das meine Schwester mir aus ihrem Skandinavienurlaub mitgebracht hat. (Foto: Privat)

Inhalt:

Sieben Kapitel geben in dem kleinen Büchlein eben diesen Einblick und ermöglichen es, sich die wissenschaftliche Arbeit zur Zeit des berühmten Augusts des Starken (und dann seines Sohnes) besser vorzustellen:

  • „Die Luftpumpe am Himmel und im Mathematisch-Physikalischen Salon“
  • „Die neuen Sternbilder von Nicholas Louis de Lacaille und Johann Elert Bode“
  • „Ehrenfried Walther von Tschirnhaus und die Suche nach Arkanum“
  • „Das ‚mechanische Laboratorium‘ des Reichsgrafen Hans von Löser“
  • „Ein Blick in die Ferne. Episoden der teleskopischen Himmelsbeobachtung am Dresdner Hof“
  • „Postmeilensäulen als Zeugen der Landesvermessung durch Adam Friedrich Zürner“
  • „Andreas Gärtner, der sächsische Archimedes“

Die Autoren Wolfram Dolz, Michael Korey und Peter Plaßmeyer beschreiben anschaulich, welche Entwicklungen am sächsischen Hof vorangetrieben wurden, mit welchen Hilfsmitteln schon damals erstaunlich genaue Messungen vorgenommen werden konnten und welche raffinierten Tricks die Wissenschaftler nutzten, um an ihre Erkenntnisse heranzukommen.

Mein Eindruck:

Das Buch ist mit 48 Seiten nun wirklich keineswegs ein dicker Wälzer, aber es enthält viele interessante Informationen zu unterschiedlichen Wissenschaftlern aus der damaligen Zeit, ihren Methoden und Erkenntnissen. Die Autoren schneiden zudem auch immer wieder an, wo zu dem jeweiligen Zeitpunkt die wichtigsten Wissenschaftler gearbeitet haben oder welche politischen und persönlichen Gegebenheiten ihre Arbeit beeinflusst haben.

Ich habe mich schon immer für Wissenschaftsgeschichte interessiert (Ihr wisst, ich bin ein Allrounder mit meinen Interessen) und fand das Büchlein sehr faszinierend. Nur an einigen Stellen hatte ich das Gefühl, ich bräuchte noch mehr Informationen um den jeweiligen Sachverhalt zu verstehen, aber das lag wohl mit daran, dass Wissenschaftsgeschichte im Geschichtsunterricht damals an der Schule keinen großen Stellenwert hatte – in den naturwissenschaftlichen Fächern übrigens leider auch nicht.

Fazit:

Ein schönes und sehr informatives Buch für all diejenigen, die den Mathematisch-Physikalischen Salon besucht haben oder noch besuchen möchten und sich für die Geschichte dieses Teils des Dresdner Zwingers interessieren.

4 von 5 Sternen. Und eine unbedingte Empfehlung, sich bei Gelegenheit die Ausstellung anzusehen.

Weiteres zum Buch:

  • Taschenbuch: 48 Seiten
  • Verlag: Sandstein Kommunikation (1. Mai 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3937602992
  • ISBN-13: 978-3937602998

Eine Anmerkung zum Schluss:

„Luftpumpe“ sagte man früher zu Apparaturen, die man heute als „Vakuumpumpe“ bezeichnen würde. Das Sternbild „Luftpumpe“, welches zu sehen ist, wenn man sich auf der Südhalbkugel unseres Planeten befindet, „zeigt“ also eine Vakuumpumpe und nicht etwa das, womit wir heutzutage beispielsweise einem platten Fahrradreifen begegnen.

 

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Ein Gedanke zu “Rezension: „Die Luftpumpe am Himmel“ (Peter Plaßmeyer – Hrsg.)

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