Rezension: „Neverwhere“ (Neil Gaiman)

Neil Gaiman kannte ich bisher – das muss ich zu meiner Schande gestehen – nur als Drehbuchautor von „Doctor Who“. Gut, ich wusste, dass er auch Bücher schreibt und unter anderem auch mit Terry Pratchett zusammengearbeitet hat. Von ihm gelesen hatte ich bisher aber noch kein Buch. Da er mich aber als Drehbuchautor komplett überzeugt hat – die von ihm geschriebenen Folgen sind immer sehr witzig, teilweise herrlich abgedreht und gehören zu meinen Lieblingsfolgen der Serie – musste ich das einfach ändern.

„Neverwhere“ gilt ja quasi als Gaiman-Klassiker, und so dachte ich mir, wünsche ich mir das mal zum Geburtstag. Und jetzt kam ich endlich dazu, es zu lesen.

Inhalt:

Richard Mayhew ist Schotte, der nach London gezogen ist und dort ein ganz normales und vielleicht etwas langweiliges Leben führt. Er hat einen passablen Job, eine nette Wohnung und eine bildhübsche erfolgreiche Verlobte, die permanent versucht, sein Leben ebenfalls erfolgreich zu gestalten.

An einem Tag, der schlimmer gar nicht laufen könnte, ist Richard eigentlich mit seiner Verlobten auf dem Weg zu einem – für sie – wichtigen Geschäftsessen, als er über eine verletzte junge Frau stolpert. Entgegen der Wünsche seiner Verlobten, will er ihr helfen und hält sich dabei sogar an die sonderbare Forderung, keinen Krankenwagen oder gar die Polizei zu holen. Er lässt spontan seine Partnerin stehen und bringt die Verletzte zu sich in die Wohnung, wo er versucht ihr zu helfen.

Die Hilfe sieht jedoch ganz anders aus als er sich das dachte – er hatte bestimmt nicht damit gerechnet, dass sie eine Ratte oder eine Taube zur Kommunikation mit einem merkwürdigen Marquis beinhaltet – und Richards Leben wird dadurch nicht nur wesentlich turbulenter als bisher, sondern auch wesentlich gefährlicher.

Die junge Frau, deren Leben er gerettet hat, wird nämlich von zwei Halunken gesucht, die ihren Tod wollen und die auch schon ihre Familie getötet haben. Doch dahinter scheint noch mehr zu stecken und Richard gerät nicht nur in ein eigenartiges zweites London, sondern auch in eben diesen Kampf um das Leben des Mädchens.

Mein Eindruck:

Kurz und bündig: Bei diesem Buch wurde mir zu keinem Zeitpunkt langweilig, die letzten 200 Seiten habe ich an einem Tag verschlungen.

Gaiman schreibt mit typisch britischem Humor und hat mich so mehrmals zum Lachen gebracht. Richard Mayhew ist einfach eine grandiose Figur und mich hat neben seinen ironischen und sarkastischen Gedanken besonders die Charakterentwicklung begeistert. Genauer kann ich diese hier leider nicht beschreiben, sonst flechte ich vermutlich zu viele Spoiler mit ein.

Aber nicht nur Richard ist eine interessante Romanfigur, auch die anderen Charaktere waren erfrischend originell und die gesamte Geschichte ist zwar typisch für Fantasy (Gut gegen Böse, wenige Chancen gegen übermächtigen Mastermind etc.), war jedoch kein Abklatsch bekannter Bestseller. Vermutlich ist es eher umgekehrt, dass manch einer bei Gaiman abkupfert…

Fazit:

Wer Lust auf Fantasy mit britischem Flair hat, eine mitreißende Geschichte mit vielen unerwarteten Wendungen sucht, ist bei „Neverwhere“ genau richtig. Ich kann es nur absolut jedem empfehlen. Kurzum: Gaiman ist ein Neuzugang bei meinen Lieblingsautoren und „Neverwhere“ kommt zu meinen Lieblingsbüchern ins grüne Billy. Mehr geht nicht.

5 von 5 Sternen.

Weiteres zum Buch:

  • Taschenbuch: 370 Seiten
  • Verlag: Harper Torch Fiction; Auflage: Reprint (1. November 1998)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 0380789019
  • ISBN-13: 978-0380789016
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5 Gedanken zu “Rezension: „Neverwhere“ (Neil Gaiman)

  1. Pingback: Montagsfrage: Das abgefahrenste Buch, das Du je gelesen hast | Mein Blätterwald

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