Rezension: „Magisterium – The Iron Trial“ (Cassandra Clare und Holly Black)

Vor einigen Wochen erreichte mich ein eigenartiges Päckchen aus dem Vereinigten Königreich, mit einem Stempel des Randomhouse Verlages darauf. Ich wunderte mich, denn ich hatte nichts bestellt und auch keine der üblichen Gewinnbenachrichtigungen erhalten, die sonst meine Bücherpost im Voraus ankündigen.

Neugierig habe ich dann das Päckchen geöffnet und war noch immer verwirrt: Im Umschlag befand sich etwas, das sich eindeutig wie ein Buch anfühlte, jedoch mit braunem Packpapier eingeschlagen und einem beschrifteten Bändchen „versiegelt“ war. Zusätzlich fiel mir ein gelber Flyer in die Hände, der den Titel „Magisterium Entrance Examination“ trug. Wie die Beschriftung des Päckchens war auch dieser Flyer komplett in Englisch enthalten. Der Inhalt war ebenso rätselhaft, wie diese Postsendung an sich: Ich wurde als „aspirant“ für das sogenannte „Magisterium“ bezeichnet, mir wurden zwei Rätselaufgaben gestellt und eine E-Mail-Adresse genannt, an die ich meine Lösungen senden sollte. Ich vermutete, dass das Einsenden der Lösungen mit der „written examination“ gemeint war, die vor dem Öffnen des Päckchens erfolgen sollte. Da mir das alles noch immer reichlich merkwürdig vorkam, habe ich diese „Anordnung“ geflissentlich ignoriert und das Päckchen trotz noch nicht eingesandter Rätsellösungen geöffnet.

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Das Vorabexemplar und der Verschluss des Pakets (Foto: Privat)

Tja, und dann stand ich staunend bei mir im Flur und hielt die „Proof Copy“ von Cassandra Clares neuem Buch in den Händen. Von dem neuen Buch, das erst im September dieses Jahres auf den Markt kommen wird. An das Prinzip des Vorablesens bin ich ja mittlerweile gewöhnt – aber ein englischsprachiges Buch um und bei acht Wochen vor dem eigentlichen Veröffentlichungstermin in den Händen zu halten, das ist für mich ein komplett neues Erlebnis gewesen. Und ich kann das jetzt, da ich die Rätsel gelöst und das Buch gelesen habe, noch immer nicht so wirklich fassen.

Nach dieser langen Vorgeschichte nun aber endlich zum Buch selbst – die Erlaubnis schon jetzt darüber zu bloggen habe ich nämlich direkt vom Verlag bekommen und das will ja genutzt werden, nicht wahr?

Inhalt:

Callum Hunt – genannt Call – hat von seinem Vater den Auftrag, eine Prüfung namens „Iron Trial“ zu vermasseln. Ja, richtig gelesen: Er soll, wenn es nach seinem Vater geht, mit Pauken und Trompeten durch diese Prüfung fallen. Denn es ist die Aufnahmeprüfung des Magisteriums, einer Schule für junge Magier, und Calls Vater will verhindern, dass sein Sohn diese Schule besucht.

Wenn das bis hierhin reichlich nach Harry Potter für Euch klingt, dann lest bitte dennoch weiter – Ähnlichkeiten gibt es zwar, dennoch ist das hier keine lahme Harry Potter-Kopie. Zurück zum Inhalt:

Calls Vater weiß um das magische Erbe seines Sohnes, waren doch er und Calls Mutter selbst auf dieser Schule. Doch dann kam ein schlimmer Magierkrieg und Calls Mutter starb. Daraufhin schwor sich Alastair Hunt, dass seinem Sohn so ein Schicksal erspart bleiben soll. Das zumindest hat er Call immer so erklärt.

Doch Call muss doch das Magisterium besuchen und auch wenn er sich am Anfang gar nicht einfügen möchte, so lernt er doch nach und nach, dass die Magie irgendwie ganz interessant ist, er findet Freunde und wird sogar richtig gut. Wenn da nicht diese rätselhaften Nachrichten seines Vaters wären – sowohl direkt an ihn, als auch an seinen Meister. Spricht da wirklich nur die väterliche Besorgnis aus Alastair Hunt oder steckt mehr dahinter?

Call durchlebt ein ereignisreiches Jahr im Magisterium und am Ende macht er eine Entdeckung, die für ihn alles ändern könnte…

Mein Eindruck:

Okay, zunächst: Ja, manches ähnelt Harry Potter wirklich sehr. Magierschule. Freundestrio, das zunächst erst einmal zueinander finden muss. Und natürlich gibt es auch die Kinder, die aus Magierfamilien stammen und solche, die ganz neu in diese Parallelwelt kommen. Das „Böse“ in Form eines durchgeknallten und den Tod überwinden wollenden Egomanen darf man selbstverständlich auch nicht vergessen.

Aber – und das ist ein großes „aber“ – es gibt trotz dieser Ähnlichkeiten auch sehr viele Unterschiede. Allein schon die Darstellung von Magie weicht von der bei Harry Potter ab. Auch die ganze Dynamik im Trio ist eine andere als bei Harry, Hermine und Ron.

Ich glaube, nach dem ersten Band kann ich letztlich nur sagen, dass die Reihe eine Chance auch bei Potterheads unter den Lesern verdient hat. Ob im Verlauf der Geschichte über die Folgebände die Ähnlichkeiten zu häufig werden – oder alles wirklich ganz anders wird als bei Harry – das bleibt abzuwarten.

Mir gefiel die flotte und mitreißende Schreibweise sehr, auch wenn die Spannung der Handlung insgesamt noch nicht so hoch war.

Fazit:

Ein guter Einstieg in eine scheinbar gute Fantasy-Geschichte, die es wohl wegen der Potter-Vergleiche schwer haben dürfte – und das eigentlich nicht verdient hat. Und das sage ich als Potterhead 😉 In meinen Augen könnte man das Buch auch mit „Hanni und Nanni“ vergleichen, schließlich spielt es auch in einem Internat und auch da gäbe es dann Ähnlichkeiten.

Insgesamt sollte wohl jeder selbst entscheiden, ob er mit diesen Ähnlichkeiten leben kann oder nicht.

Von mir gibt es ausbaufähige 3 von 5 Sternen.

Weiteres zum Buch:

 

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: Scholastic (9. September 2014)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 0545522250
  • ISBN-13: 978-0545522250
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 9 – 12 Jahre

Achtung: Buch erscheint erst am 9. September (in Englischer Sprache, Deutsch folgt)

 

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5 Gedanken zu “Rezension: „Magisterium – The Iron Trial“ (Cassandra Clare und Holly Black)

  1. Hallo 🙂 bin durch Zufall auf deinen Blog gekommen ! Tolle Rezi ! Bin jetzt echt neugierig auf das Buch. Es kann natürlich sein das es mit Harry Potter ähnelt weil cassie ein großer Potter Fan ist !😊

    LG

    • Hallo 🙂 Zufalls-Besucher finde ich immer klasse – und freue mich natürlich auch, wenn Du mal wieder vorbei schaust 😉

      Das Buch kann ich trotz der Ähnlichkeit zu Harry Potter empfehlen. Vor allem, wenn man kein „Hardcore“-Potterhead ist, wie ich, kann man damit gut leben und spannend ist die Geschichte ja! Würde mich freuen, wenn Du erzählst, wie Du es fandest 🙂

      Liebe Grüße
      Estel

  2. Hallöchen 😀
    Ich habe das Buch schon ein paar Mal in den Händen gehalten, aber es immer wieder ins Regal zurückgestellt und nicht gekauft, weil ich Angst vor dem Vergleich mit Harry Potter hatte. Und jetzt habe ich endlich mal danach gegogglet. Ich wollte andere Leserstimmen dazu einfangen und eigentlich mich auch einmal so über das buch informieren.
    Und das fünfte Suchergebnis ist dein Blog gewesen. Und jetzt sitze ich vor der Thalia-Bestellseite und überlege, es mir zu kaufen, weil ich so Lust auf Fantasy habe. 😄
    Liebe Grüße
    Jule

    • Hallöchen 🙂

      Dann schlage ich Dir einen Deal vor: Du guckst Dir das Buch bei mir mal gaaaaaanz in Ruhe an und wir quatschen drüber – und dann weißt Du, ob Du es kaufst oder nicht. Übrigens: Ich hab noch viel andere Fantasy im Regal, wir finden sicher was passendes 😉

      Liebe Grüße
      Sarah

      PS: Ich freu mich grad tierisch über das Google-Ergebnis!

  3. Pingback: Holly Black / Cassandra Clare – Magisterium: Der Weg ins Labyrinth | Jules Leseecke

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