Rezension: „Das Haus der vergessenen Bücher“ (Christopher Morley)

Wie Ihr wisst, nehme ich im Moment an einer sehr schönen Leserunde auf Facebook teil. Irgendwie ist es schon schade, dass ich das Buch bereits beendet habe. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte das Buch gerne noch 300 Seiten mehr haben können. Zum Glück geht der Austausch in der Leserunde noch ein wenig weiter. Dennoch hier schon einmal das Fazit zum Buch selbst.

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Foto: Privat

Inhalt:

Roger Mifflin ist mit Leidenschaft Buchhändler. Über sein Antiquariat in Brooklyn sagt er liebevoll, dass hier die Geister der Weltltiteratur spuken und sein größter Traum ist eine Flotte von Wagen, die seine Bücherleidenschaft ins ganze Land hinaus tragen. Von den Werbeideen Aubrey Gilberts hält er jedoch nicht viel. Stattdessen sorgt er lieber für ausreichend anregende Lektüre im Zimmer seines neuen Schützlings: Miss Titania wird von ihrem Vater als verwöhntes Mädchen angesehen und soll nun als Assistentin von Roger Mifflin das echte Leben kennenlernen.

Das echte – wenn auch nicht unbedingt alltägliche – Leben begegnet Mifflin, Titania und Gilbert in Form eines Rätsels: Ein Buch des Antiquariats verschwindet, taucht minimal verändert wieder auf, wird über eine Zeitungsannonce zwischenzeitlich gesucht und irgendwie hat der Apotheker aus der Nachbarschaft etwas damit zu tun. Fragen über Fragen werden aufgeworfen und unklar ist, wie gefährlich die Situation eigentlich ist.

Mein Eindruck:

Wesentlich klarer als die geheimnisvollen Machenschaften ist dagegen, dass das Buch eine wahre Fundgrube an wunderbaren Weisheiten nicht nur zu Büchern ist und sich zudem alle paar Seiten neue Leseanregungen finden. Das hat mich schon zu Beginn des Buches fasziniert und im Laufe der Lektüre wurde dann meine Liste mit Büchern oder Gedichten, welche ich recherchieren wollte, immer länger.

Zwischendurch ging mir beim Lesen auch der Stapel Post-its aus, der mich auch sonst immer bei meinen Buchreisen begleitet. Dieses Mal wollte ich unbedingt nur blaue Klebchen verwenden, da diese nunmal wunderbar zum Cover passen, aber ich hatte mich wirklich verschätzt, wie viele wunderbare Zitate auf mich warten würden. Glücklicherweise habe ich in einem meiner Beutel von diversen Messen noch passend blaue Klebezettel gefunden.

Meine Post-It-Not ist bezeichnend dafür, mit welch wunderbarer Sprache Christopher Morley seine Geschichte aufgeschrieben hat. Man fühlt sich, obwohl das Buch nun wirklich nicht dem Genre historischer Romane angehört, in vergangene Zeiten versetzt und spürt beim Lesen, um wie vieles ruhiger die damalige Zeit wohl gewesen sein muss. Lesen entspannt ja, aber dieses Buch setzt für mich nun neue Maßstäbe darin, wie entspannend so eine Buchreise sein kann.

Trotz der entspannenden Sprache kann ich nicht über einen Mangel an Spannung klagen: Im Gegenteil, auf den letzten Kapiteln hatte ich Mühe, das Buch aus der Hand zu legen, um mir eine neue Tasse Tee einzuschenken. Bis zum Schluss habe ich mir nicht vorstellen können, was es nun mit dem Rätsel um das verschwindende Buch auf sich haben könnte und ich fand die Auflösung am Ende dann wirklich schlüssig.

Fazit:

Wie gesagt, ich wäre gerne noch ein wenig bei Roger Mifflin in seinem Buchladen geblieben und bin froh, dass es – wie hier bereits erwähnt – einen Vorgänger des Buches gibt. Ich glaube, den werde ich sicher bald lesen.

Alles in allem ist „Das Haus der vergessenen Bücher“ ein wunderbares Buch für jede Leseratte und genau die Richtige Mischung aus Liebesgeschichte, Krimi und „Buch-Buch“. Und letztlich ist es auch genau das, was der Titel verspricht: Ein Buch, welches zu vielen meist schon vergessenen Büchern führt und den Leser einlädt, ein wenig über Bücher, Buchhandel und die Liebe zum Lesen nachzudenken.

5 von 5 Punkten und absolute Leseempfehlung!

Weiteres zum Buch

  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: Atlantik (8. September 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3455600123
  • ISBN-13: 978-3455600124

 

 

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12 Gedanken zu “Rezension: „Das Haus der vergessenen Bücher“ (Christopher Morley)

    • Freut mich, wenn die Rezension gefällt – das Buch ist besser 😉 Ruíz Zafón habe ich noch nie gelesen, nur ein Hörbuch mal bekommen, das aber abgebrochen. „Der Mitternachtspalast“, falls Dir das was sagt. Ich glaube aber, da war mir nur der Sprecher zu langsam, so dass ich den Spaß daran verloren habe. „Schatten des Windes“ wird definitiv mal recherchiert. Danke für den Tipp – vielleicht bekommt der Gute Ruíz Zafón doch noch eine Chance 🙂

      • Der Mitternachtspalast sagt mir nichts, ich habe Schatten des Windes und die Fortsetzung davon, Stadt der Engel, gelesen und beides hat mir sehr gut gefallen.

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