Rezension: „Very good lives“ (Joanne K. Rowling)

Es gibt Bücher, die sind leicht zu rezensieren und es gibt Bücher, da überlege ich sehr lange, was ich wie schreiben möchte. Und dann gibt es noch Bücher von Joanne K. Rowling. 😉

Die liebe Jule hat eine so wunderbare Rezension zu diesem Buch geschrieben, dass ich erst einmal überlegen musste, welchen Schwerpunkt ich jetzt setzen soll – damit ich nicht nur „siehe Jule“ schreibe. Zumal mir eine Bewertung dieses Buches wirklich nicht leicht fiel.

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(Foto: Privat)

Inhalt:

2008 durfte Joanne K. Rowling die Rede für die Absolventen der Harvard University halten. Solch eine Rede ist immer etwas Besonderes und so wollte Jo ihnen etwas auf den Weg geben, was sie bei all der Aufregung über diesen Wendepunkt in ihrem Leben nie vergessen würden.

Mein Eindruck:

Zunächst einmal: Auch wenn ich diesem Blogbeitrag den Titel einer Rezension gegeben habe, handelt es sich in diesem Falle nicht um eine kritische Auseinandersetzung mit einem Werk per se. Allein schon der Umstand, dass Jo diese Rede 2008 hielt – in meinem Abijahr – und ihre Worte für mich sowieso einen besonderen Wert haben, lässt das fast ein Ding der Unmöglichkeit werden.

Als ich in der Aula meiner Schule saß und meinen Lehrern zuhörte, wie sie Worte an ihre nun zu entlassenden Schützlinge – also auch mich – richteten, fand ich diese Worte schlicht und ergreifend beklemmend.

Da ging es um den „Ernst des Lebens“, die „Verantwortung für die Gesellschaft“ und das „Erreichen wichtiger Ziele“. Ich kam mir, ehrlich gesagt, wie ein Zuchtpferd vor, das nun, nach der langen Zeit voller Investitionen besser einen Preis abräumen sollte, um nicht im Schlachthaus zu enden.

Ganz anders Jo.

Sie erzählte den Absolventen vom Scheitern. Dem ganz persönlichen Scheitern und der dazugehörigen Angst und der Erkenntnis, dass man selbst scheiternd noch etwas wert ist – was meine Lehrer schlichtweg nie in Betracht zogen.

Ja klar, sie ist Joanne K. Rowling. Die geniale Autorin, die mit dem wuschelhaarigen Zauberschüler die Welt im Sturm eroberte und eine ganze Generation prägte, wie keine andere. Aber wie „jedes Kind Harrys Namen kennt“, weiß auch wohl jeder, dass Joanne K. Rowling aus einer einfachen Familie stammt und arbeitslos – beinahe obdachlos war – als ihr der kleine Zauberer mit der Blitznarbe die Existenz rettete.

Von solch einem Erfolg kann man natürlich nur träumen, wenn man ganz unten ist – aber auch wenn dieser Erfolg utopisch erscheinen mag (und in diesem Ausmaß sicher auch unwahrscheinlich ist), ist Jos Botschaft eindeutig: Man darf die Hoffnung nie aufgeben. Jeder Silberstreifen am Horizont ist es wert, zu kämpfen.

Im Gegensatz zu meinen Lehrern damals, zeigt Jo, dass selbst das Scheitern keine Schande ist.

Fazit:

We do not need magic to change the world, we carry all the power we need inside ourselves already: we have the power to imagine better.

Als ich 2008 in der Aula meiner Schule saß, mit dem Abizeugnis in der Hand, hatte ich ehrlich gesagt Angst vor dem was kommen würde.

Aktuell bin ich arbeitslos – und habe zugegebenermaßen wieder ein wenig Angst vor dem, was kommen mag.

Damals hatte ich eine wage Hoffnung auf einen Platz in meinem Traumstudiengang. Ich habe alles daran gesetzt, ihn zu bekommen – und gewonnen.

Heute habe ich die wage Hoffnung, einen Arbeitgeber zu finden, der mich respektiert, meine Ideen fördert, meinen Ehrgeiz fordert und bei dem ich eventuell in ein paar Jahren promovieren kann. Ich habe die Hoffnung auf einen sogenannten Traumjob. Und ich setze alles daran, ihn zu bekommen.

Weiteres zum Buch:

Das Video mit Jos Rede könnt Ihr hier auf YouTube sehen. Der Erlös des Buches geht an Lumos – eine Organisation, die Kindern hilft. Genauere Informationen zu diesem guten Zweck findet Ihr hier.

Eine persönliche Anmerkung: Natürlich kann man einfach nur die Rede auf YouTube ansehen oder sich online den Text durchlesen. Ich finde jedoch, dass – wenn es irgendwie möglich ist – das Buch gekauft werden soll. Nicht nur, dass es zauberhaft illustriert ist, sondern auch, dass es Kindern hilft, nicht in irgendwelchen Institutionen aufzuwachsen.

  • Preis: 14,95 €
  • Gebundene Ausgabe: 80 Seiten
  • Verlag: Little, Brown and Company (14. April 2015)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 0316369152
  • ISBN-13: 978-0316369152
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5 Gedanken zu “Rezension: „Very good lives“ (Joanne K. Rowling)

  1. Huhu 😀
    erst einmal vielen Dank für die Verlinkung und die lieben Worte.
    Ich krieg bei Jo immer sofort Pipi in den Augen. Das ist so schlimm … ich lese irgendwo Jo und Harry und schon geht es los.
    Deine „Rezension“ ist so schön und wir teilen wirklich sehr ähnliche Ansichten. Den jungen Leuten wird heute eindeutig die falsche Botschaft mit auf den Weg gegeben.

    Jule

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