Urlaubslektüre – hin und wieder zurück

Fünf lange Jahre hat es für mich gedauert, um endlich wieder am Meer zu stehen. Vor fünf Jahren war ich für einen Sprachkurs am Mittelmeer in Andalusien – an der Costa del Sol – und vor einigen Tagen war ich für einen Kurztrip an der Nordsee. Genauer gesagt in Büsum.

Ich hätte mir keinen besseren Kurzurlaub wünschen können und auch keine bessere Zeit dafür: Das Wetter war herrlich, der Strand noch gemütlich und mein Hotel ganz nah an Hafen und Wasser. Wer Büsum nicht kennt, dem sei es unbedingt empfohlen, wenn einfach mal eine Pause zum Durchatmen gewünscht ist.

Wie viele andere Büchermenschen derzeit, kann auch ich nicht ohne Urlaubslektüre wegfahren – auch, wenn ich da doch weniger zum Lesen komme. Ich wusste schon immer: Das Meer ist für mich der einzige Grund, einmal nicht in ein gutes Buch vertieft zu sein.

Reisevorbereitungen

In Zeiten der E-Books ist es wirklich denkbar einfach, eine halbe – oder ganze – Bibliothek in der Handtasche mitzunehmen. Und natürlich bin ich nicht ohne meinen Kindle in den Zug gen Norden gestiegen. Mein aktuelles Buch darauf ist „Alan Turing – The Enigma“ von Andrew Hodges – eine sehr interessante Biografie, wie ich schon jetzt sagen kann. Hier ein Blick auf meine Taschenbuch-Ausgabe:

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(Foto: Privat)

Aber auch ein gedrucktes Buch reiste mit: Von meinen Eltern habe ich zu Weihnachten „Reisen – Lektüre zwischen den Jahren“ aus dem Insel Verlag bekommen. Darin finden sich viele kleine Romanausschnitte, die mit Reisen und Fernweh zu tun haben und in ihrer Kürze so perfekt zu einem Kurztrip ans Meer passen.

Büsum – Bücherdorf

Okay – ein wirkliches Bücherdorf ist der Kurort Büsum nun doch nicht. Aber neben Meer, Strand und sehr leckeren Fischgerichten findet sich auch Lesefutter. Selbstverständlich habe ich der Buchhandlung Scheller Boyens einen Besuch abgestattet und auch etwas mitgenommen.

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(Foto: Privat)

„Die rote Hexe“ von Bodo Henningsen ist eine Küsten-Novelle, die direkt in Büsum spielt und die – sehr praktisch – gerade reduziert war. Deshalb kam sie auch gleich doppelt auf den Ladentisch, denn meine Mutter liebt historische Geschichten. Da kam das Buch als Büsum-Mitbringsel ganz recht.Selbstverständlich musste ein „Reiseführer“ zu Büsum mit ins Gepäck – dann ist der Abschied nicht ganz so schwer und ich kann für den nächsten Kurztrip planen. Vorab hatte ich mich nur im Internet informiert, hier habe ich jetzt die geballten Informationen.

Ebenfalls sehr „buchig“ in Büsum ist die Form des öffentlichen Bücherschranks, den ich natürlich auch aufgesucht habe. Zentral am Hauptstrand gelegen, steht dieser sehr passend in Form eines Strandkorbes für lesehungrige Büsum-Gäste zur Verfügung. Man darf Bücher leihen, tauschen und auch einfach so – gegen eine kleine Spende zum Erhalt des Buchstrandkorbes – mitnehmen.

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(Foto: Privat)

An meinem letzten Urlaubstag konnte ich dann trotz großem SuB daheim nicht widerstehen und guckte doch hinein, ob etwas Schönes zu finden wäre. Und natürlich – ich kann scheinbar an keinem Buchstapel vorbeigehen, ohne fündig zu werden.

Für meinen in Norddeutschland geborenen und aufgewachsenen Vater nahm ich eine Sammlung Plattdeutscher Kurzgeschichten mit. Die sind sehr gut angekommen und er liest begeistert daraus vor. Für meine Mutter griff ich bei Gwen Bristows Werk zu, denn sie liebt deren – leider nur noch gebraucht oder antiquarisch erhältliche – Werke. Und für mich schnappte ich eine Kurzgeschichtensammlung Stefan Zweigs, den ich seit der Lektüre von „Die Schachnovelle“ sehr gerne lese.

Als Spende konnte ich leider nicht mehr als 5€ geben, aber ich komme bald wieder nach Büsum, da werde ich mich mit einem weiteren Besuch am Strandkorb für die „buchigen“ Mitbringsel revanchieren.

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(Foto: Privat)

Rückweg

Der Rückweg war der absolute Horror. Bangen um den Anschlusszug und eine nur halb funktionierende Klimaanlage (immerhin, ich weiß…) inklusive. Deshalb habe ich die meiste Zeit einfach nur sehr müde aus dem Fenster gestarrt und Marc-Uwe Kling und die „Känguru-Chroniken“ gehört. Ein wenig habe ich noch in meinem „Reisen“-Büchlein aus dem Insel Verlag geschmökert und ansonsten schon vom nächsten Besuch am Bücherstrandkorb in Büsum geträumt.

Und übrigens: Ich habe tatsächlich sehr wenig gelesen. Das Hinausschauen auf die wunderbare Nordsee war sogar schöner, als zwischen den Zeilen zu versinken.

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(Foto: Privat)

Und was lest Ihr so im Urlaub? Oder, was habt Ihr Euch aus dem Urlaub mitgebracht?

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2 Gedanken zu “Urlaubslektüre – hin und wieder zurück

  1. Halloooo Sarah 😀

    Ich bin wieder daaa xD Es freut mich, dass du ein paar schöne Tage an der Nordsee hattest. Urlaub ist wirklich etwas schönes, auch wenn er nur kurz ausfällt!

    Mir geht es im Urlaub immer so, dass ich eigentlich gar nicht zum Lesen komme. Maximal wenn man stundenlang am Strand liegt und das kommt meistens nicht vor, weil wir in der Vor- oder Nachsaison in den Urlaub fahren und in der Zeit kann man nicht mehr am Strand rumliegen. Maximal im Strandkorb. Außerdem bin ich abends meist so kaputt vom Tag und den Eindrücken, dass ich einfach nichts mehr aufnehmen 😀

    Wir waren dieses Jahr für knapp 2 Wochen in Österreich im Salzburger Land. Wir haben viel unternommen und sind viel gewandert, unter anderem eine Tagestour von 10 Stunden – mit Pausen versteht sich. Und irgendwie war mir dieses Jahr auch nicht danach ein Buch mit nach Hause zu nehmen. Wenn wir an die Ostsee fahren kommt eigentlich immer ein gutes Stück mit nach Hause. Sei es drum. Aus dem Urlaub habe ich aber zumindest Schokolade und ein T-Shirt von unserer riesigen Wanderung als Trophäe mitgebracht. Sind ja auch schöne Andenken.

    Liebste Grüße,
    Diana

    • Hallo Diana 😀

      Sehr schön – ich hab Dich hier vermisst!

      Ja, ich hatte echt Glück, dass ich quasi in der Hauptsaison so ein günstiges Schnäppchen ergattern konnte, aber das lag vermutlich auch daran, dass an meinem Abfahrtwochenende Büsum 875 Jahre alt wurde. Da sind alle Touristen DAFÜR gekommen und ich hatte in der Zeit vorher quasi noch die letzte Flaute abgepasst. So erkläre ich mir das zumindest. Wobei das Wetter schon fast etwas zu heftig war – ich habe die Nordsee zwar mit Ebbe und Flut erlebt, aber da war das Mittelmeer definitiv wellenreicher. Und das ist ja eigentlich untypisch für den „Blanken Hans“. Ich bin aber auch nicht so die, die in der Sonne braten kann. Man sieht es zwar nur meiner Haut und nicht meinen Haaren an, aber ich hab die Gene einer Rothaarigen – ich bekomme Sommersprossen auf blasser Haut. Und die wird gerne schnell krebsrot. Aber mit LSF 50 ging auch das.

      Ich freu mich, dass Du so viel Spaß in Österreich hattest! Wandern über Stock und Stein ist ja nicht meins, aber die Aussicht hätte ich dann doch gerne auch mal 😉 10 Stunden… Hut ab! A propos Hut – eine Kappe war ein weiteres Mitbringsel meiner Reise, denn ohne hätte ich die Fahrt zur Seehundbank wohl nie und nimmer ohne Sonennbrand überstanden. xD

      Liebe Grüße und genieß die Schokolade 😉

      Sarah

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