Rezension: „The Paper Magician“ (Charlie N. Holmberg)

Vor Kurzem bin ich beim Durchschauen der Angebote englischer eBooks auf das Cover von Band eins „Magician“-Trilogie gestoßen. Und ich gebe zu: Hübsche Cover können mich durchaus dazu verleiten, die Inhaltsangabe und etwaige Rezensionen zu lesen. Was ich fand klang nach schönen Stunden Fantasylektüre und in einem Anfall von Größenwahn (= die Bücher waren im Angebot) kaufte ich mir gleich die ganze Trilogie.

Diese möchte ich Euch heute und in den kommenden Tagen vorstellen – und weil das spoilertechnisch immer etwas schweirig ist, achtet bitte auf Spoilerwarnungen, die ich in fett und kursiv vor die jeweilige Stelle posten werde. Insgesamt bemühe ich mich, nur das zu verraten, was auch im Klappentext der Bücher zu finden ist. Ihr wisst ja, ich mag keine Spoiler 😉

Und noch etwas vorab: Ich habe die Bücher auf Englisch gelesen, werde also Eigennamen nicht übersetzen.

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(Foto: Privat)

Inhalt:

Ceony Twill ist 19 Jahre alt und hat gerade ihren Abschluss an der Tagis Praff School for the Magically Inclined – einer Schule für die Erstausbildung von Jungmagiern – gemacht. Nun soll sie Papiermagierin – Folder – werden, was ihr ganz und gar nicht gefällt.

Normalerweise darf sich jeder in Ausbildung befindliche Magier selbst eine Karriere aussuchen: Jedes von Menschen geschaffene Material – wie z.B. Papier, Metall, Gummi oder Plastik – kann von Magiern beeinflusst werden. Hierzu muss man eine lebenslange Verbindung mit dem Material eingehen und kann diese später nicht mehr brechen.

Da es nur noch wenige Folder gibt und Ceony gute Fingerfertigkeit aufweist, hat sie keine andere Wahl und muss sich wohl oder übel fügen, will sie nicht als Versagerin und ohne Berechtigung Magie auszuüben auf der Straße stehen.

Ceony tritt also ihre Stelle als Lehrling von Magician Emery Thane an, einem anerkannten Folder, der sie in der Papiermagie ausbilden soll. Schnell merkt Ceony, dass Papier nicht so langweilig ist, wie sie zuvor befürchtet hatte und auch die Arbeit mit Emery Thane empfindet sie als sehr angenehm.

Kurz nach Beginn ihrer Ausbildung muss sie jedoch feststellen, dass Papier als Verteidigungsmittel wenig hilfreich ist – nämlich als sie das Leben ihres Mentors zu retten versucht.

Mein Eindruck:

Zunächst einmal erspare ich Euch hier jegliche Vergleiche mit Harry Potter. Es handelt sich zwar um eine Welt, in der Magier und Nicht-Magier coexistieren, Magie wird aber in aller Öffentlichkeit ausgeübt und durchdringt auch den Alltag von Nicht-Magiern. Darüber hinaus ist die Welt, die Charlie Holmberg – übrigens eine Autorin – erdacht hat, weitaus weniger komplex als das Potterversum. (Okay, gut, dieser Vergleich mit Harry Potter bleibt aber der einzige.)

Nichtsdestotrotz habe ich die Lektüre sehr genossen, da Ceony und Emery mir von Anfang an sehr sympathisch waren und ich das schrittweise Heranführen an die Papiermagie faszinierend fand. Wie Ceony selbst sieht auch der Leser Schritt für Schritt, was da alles möglich ist. Da bekommt man gleich Lust, selbst mal wieder in Origamibüchern nachzuschlagen, auch wenn die selbstgefalteten Kraniche dann nicht fliegen können.

An manchen Stellen fand ich die Handlung zwar ein wenig vorhersehbar – an anderen Stellen hatte ich aber überhaupt keine Ahnung, wie Ceony aus dem Schlamassel wieder herauskommen soll. Es gefiel mir hierbei, dass die Handlung durch immer neue Ereignisse stets spannend blieb. Dabei blieb zwar die Charakterentwicklung ein wenig auf der Strecke, aber die Beziehung der Figuren zueinander wandelt sich durch das, was passiert. Die weitere Einzelentwicklung kann man wohl erst über die gesamte Trilogie so richtig abschätzen.

Ein letzter Kritikpunkt liegt für mich in der Glaubwürdigkeit des Settings. Das Buch spielt um das Jahr 1900 herum in England. Dazu passt die Sprache, die insbesondere Ceony verwendet, nur bedingt und auch fand ich die Verwendung von Amerikanismen beim Lesen störend. Ich bin zugegebenermaßen daran gewöhnt, dass Hauptfiguren aus England auch britisches Englisch sprechen – und nicht amerikanisches Englisch, nur weil die Autorin von dort stammt.

Fazit:

Ich hatte mir vom Buch ein wenig locker leichte Fantasy erhofft und fand locker leichte Fantasy mit einer spannenden Idee bezüglich der magischen Aspekte dieser fiktiven Version Englands. Mir gefielen besonders die verschiedenen Magiezweige und wie Ceony sozusagen von einer schwierigen Situation in die nächste lief – das las sich alles schön flüssig weg.

Mit einigen wenigen Abzügen ist „The Paper Magician“ tolle Sommerlektüre für Fantasy-Fans, die ich durchaus wieder zur Hand nehmen würde/werde.

4 von 5 Sternen.

Weiteres zum Buch:

  • Preis: 1 € (Stand 28.07.2015)
  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 2028 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 226 Seiten
  • Verlag: 47North (1. September 2014)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Englisch
  • Deutsche Übersetzung: „Der Papiermagier“

In der Reading Challenge 2015 zähle ich alle drei Teile als A trilogy.

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9 Gedanken zu “Rezension: „The Paper Magician“ (Charlie N. Holmberg)

  1. Huhu 😀
    wenn ich die Zeit hätte, dann würde ich mich glatt hinreisen lassen, die Bücher zu lesen. Aber … ach du kennst es ja selbst. 😄

  2. Das ist auch schon eine ganze Weile auf meinem Kindle und will gelesen werden. Es wird Zeit für Urlaub, damit ich endlich mal zu dem Berg an Büchern komme, die sich sowohl auf dem kindle als auch in Papierform bei mir stappeln…

    • Dann wünsche ich Dir einen erholsamen und lesereichen Urlaub, damit der Stapel ein wenig kleiner wird. Aber es ist ja auch ein wunderbarer Luxus, so viele Bücher zur Auswahl zu haben!

      Liebe Grüße 🙂

  3. Pingback: Rezension: “The Glass Magician” (Charlie N. Holmberg) | Studierenichtdeinleben

  4. Pingback: Rezension: “The Master Magician” (Charlie N. Holmberg) | Studierenichtdeinleben

  5. Liebe Sarah,

    da hast du einen tollen Fund gemacht. Die Geschichte klingt echt interessant und würde ich das Lesen von englischen Büchern nicht so vor mir herschieben, würde ich gern zeitnah danach greifen. Aber wie das eben so ist, hab ich da gewisse Berührungsängste. Je länger ich warte, desto mehr rostet mein Englisch ein. Ich sollte dagegen etwas unternehmen. Dann muss es zum Warm-Up doch erst einmal Panem werden xD

    Liebste Grüße,
    Diana

    • Liebe Diana,

      ich freue mich, dass ich Dein Interesse wecken konnte 🙂 ein Tipp: Guck Dir die Rezensionen zu den anderen Büchern auch noch an und entscheide dann 😉 Keine Sorge, Spoiler gibt es nicht.

      Liebe Grüße
      Sarah

  6. Pingback: Sparstrumpfchallenge #4 – und diesmal bin ich auch dabei | Studierenichtdeinleben

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