Rezension: „Die Musik der Stille“ (Patrick Rothfuss) – Hörbuch

Vor einiger Zeit schrieb die liebe Mareike auf Twitter, dass sie jemanden für eine Hörbuchrezension sucht. Da ich mich lange nicht mehr an dieses Medium heran getraut hatte, meldete ich mich neugierig – zumal ich mit dem Titel bzw. den Büchern von Patrick Rothfuss schon länger geliebäugelt hatte.

Wer mich kennt, weiß, dass ich für Hörbücher immer in der richtigen Stimmung sein muss – auch, um mich komplett auf den Sprecher konzentrieren zu können. Beim Lesen kann man leichter ein paar Absätze zurück springen, bei Hörbüchern mag ich das irgendwie weniger.

bUCH

(Foto: Privat)

Inhalt:

Wir begleiten Auri durch die Welt des „Unterdings“. Hier sorgt sie sich um alles und kümmert sich darum, das alles seinen Platz hat. Das höhlenartige Labyrinth ist in verschiedene Bereiche, Räume und Gänge aufgeteilt und Auri kennt alle Eigenheiten dieser Orte.

Außerdem wartet Auri – denn in sieben Tagen soll „er“ zu Besuch kommen. Wer „er“ ist, wird nicht genannt – Leser der Königsmörder-Trilogie sollen jedoch ahnen können, wer gemeint ist.

‚Die Musik der Stille‘ gehört zur Königsmörder-Chronik, stellt aber eine ganz eigene Geschichte dar.

Mein Eindruck:

Die Vorbemerkung des Verfassers im Umschlag der CD machte mich zugegebenermaßen neugierig, warnte sie doch letztlich davor, dass es sich hier nicht um eine typische Geschichte handeln würde.

Ihr fehlt viel von dem, was man von einer guten Geschichte normalerweise erwartet.

Das stimmt. Mir fiel schnell auf, dass in dieser Geschichte kein großer Wert auf Dialoge gelegt wird sondern viel mehr auf Beschreibungen. Was nicht wörtlich ausgesprochen wird, transportiert Rothfuss über das ausführliche Erläutern der Umgebung und der Stimmung. Er erzeugt dabei eine sehr ruhige, irgendwie vertraute und doch manchmal auch leicht bedrohlich wirkende Atmosphäre, die mich – obwohl ich allerlei Fragezeichen im Kopf hatte – in ihren Bann schlug.

Jede Szene wird mit großer Liebe zum Detail auf eine Art und Weise gezeigt, dass man als Leser das Gefühl hat, einem Maler bei der Arbeit zusehen zu dürfen. Patrick Rothfuss malt mit seinen Worten – er ist ein Künstler, wenn es darum geht, Gegenständen oder kargen Höhlen eine Seele einzuhauchen und selbst absurde Gefühlszuschreibungen wirken durch seine Ausdrucksweise greifbar und nachvollziehbar.

Auch die Stimmen für das Hörbuch – Yara Blümel und Stefan Kaminski – sind passend zur besonderen Art der Geschichte ausgewählt. Ich mochte die Stimmen sehr – leider hatte ich jedoch stellenweise wirklich das Problem mich auf diese ruhige Grundstimmung und die dementsprechend sehr ruhige Leseweise einzulassen. Geübtere Hörbuch-Hörer oder Kenner von Patrick Rothfuss‘ Romanen werden dieses Problem vermutlich nicht haben.

Ganz besonders zauberhaft finde ich auch das kleine Booklet, in dem die Illustrationen einiger Szenen zu finden sind. Schön gemacht!

Fazit:

„Die Musik der Stille“ ist eine in allen belangen ganz besondere Geschichte, auf die man sich bewusst einlassen sollte. Es ist eine Geschichte, die mich an Erzählungen aus vergangenen Jahrhunderten erinnert: Man kann nicht im Schnelltempo durchhetzen, sondern muss sich die Zeit und Muße nehmen, sich auf die Worte und ihre Bedeutung einzulassen.

Für mich war „Die Musik der Stille“ eine durch und durch entspannende Erfahrung – auch wenn natürlich für mich als Rothfuss-Neuling noch einige Fragezeichen übrig bleiben. Nun wünsche ich mir die anderen seiner Bücher – werde aber doch lieber zum gedruckten oder digitalen Wort greifen.

4 von 5 Sternen.

Vielen lieben Dank an Mareike für die wunderbare Kooperation und die viele Geduld!

Schaut doch mal bei Ihr rein!

Mehr zum Hörbuch:

  • MP3 CD, Preis: 16,99 €
  • Verlag: der Hörverlag; Auflage: ungekürzte Lesung (16. März 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3844518029
  • ISBN-13: 978-3844518023
  • Größe und/oder Gewicht: 14,3 x 1,1 x 16 cm

 

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5 Gedanken zu “Rezension: „Die Musik der Stille“ (Patrick Rothfuss) – Hörbuch

  1. Huhu 🙂
    Patrick Rothfuss geistert auch immer mal auf meiner Wunschliste herum, aber bisher hat sich noch keine Gelegenheit ergeben, ein Buch vohn ihm zu lesen. 😀

  2. Ich habe Pat ja auf der letzten LBM live erleben dürfen und bin bis heute hin und weg. Dieser Mensch ist einfach derart sympathisch, dass man nicht anders kann, als sich seiner Geschichte anzunehmen. Ich werde in Kürze seine Reihe beginnen und bin total gespannt, ob sie mir so gut gefällt, wie all diejenigen, die mir die Reihe wärmstens empfehlen 😀 Ich habe übrigens alle Exemplare signiert 😀 Fangirl sag ich nur xD

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