Rezension: „Prinzessin Popelkopf“ (Marc-Uwe Kling, Astrid Henn)

Wenn es ein Genre gibt, das ich hier bisher vernachlässigt habe, dann ist es das der Kinderbücher. Das mag daran liegen, dass ich weder die große Schwester, noch Tante oder gar Mutter bin und entsprechend selten mit kleinen Kindern in Kontakt komme.

Wieso also jetzt eine Rezension zu einem Kinderbuch? Ganz einfach: Ich behalte meine Lieblingsautoren stets im Blick und auch wenn sie die Genre wechseln, bin ich neugierig, wie dieser Wechsel gelungen ist.

Marc-Uwe Kling dürften viele von Euch als Mitbewohner eines vorlauten kommunistischen Kängurus kennen – schließlich hat er die Erlebnisse ja in seinen „Känguru-Chroniken“ verarbeitet. Nun gibt es etwas ganz anderes von ihm zu lesen: Ein Kinderbuch. Es wäre aber nicht Marc-Uwe Kling, wenn besagtes Kinderbuch nicht ein ganz besonderes wäre.

Vielen Dank an den Verlag Voland & Quist für das Rezensionsexemplar.

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(Foto: Privat)

Inhalt:

Es war einmal eine hübsche Prinzessin mit viel Rosa drumrum.
Und wie die meisten Prinzessinnen war sie sehr dumm.

Richtig gelesen. Prinzessin Popelkopf ist keine besonders schlaue Prinzessin – die gibt es sowieso nur im Märchen.

Prinzessin Popelkopf hat nicht nur einen besonders hässlichen Namen, sondern ist dazu auch noch richtig fies. So fies, dass sie eine kleine Hexe beleidigt, die ihr gar nichts getan hat. Doch die Hexe weiß sich sehr wohl zu wehren: Sie verhext die Prinzessin, so dass die immer so aussehen muss, wie sie heißt.

Prinzessin Popelkopf läuft daraufhin tatsächlich mit einem riesigen Popelkopf durchs Leben und ihre Untertanen lachen über sie. Also, beschließt sie, muss ein neuer Name her. Sie will heiraten. Aber nicht den Fürsten Furzgesicht – dafür ist sie sich dann doch auch zu fein.

Mein Eindruck:

Ich finde, ein Kinderbuch lebt immer von zwei Dingen: Zum einen von der Geschichte und zum anderen von der Gestaltung.

Zur Geschichte: Prinzessin Popelkopf ist wirklich nicht die Prinzessin, die man vielleicht in einem Märchen erwarten würde – und genau das macht diese Erzählung so erfrischend anders als andere Kindergeschichten. Ihr Charakter ist so hässlich wie ihre Erscheinung, nachdem sie von der Hexe verflucht wurde. So, wie Prinzessin Popelkopf ist, möchte man nicht sein – das ist von Anfang an klar.

Doch die Prinzessin versucht aus ihrer Misere herauszukommen und genau da offenbart sich ihre ganze Dummheit: Sie trifft die offensichtlichste Entscheidung – statt in Ruhe zu überlegen, wie sie den Fluch abschütteln könnte.

Ich habe mehrfach bei den herrlich treffenden Reimen, in denen die Geschichte geschrieben sit, geschmunzelt und zum Schluss lachend auf dem Sofa gesessen. Mein erster Gedanke: Ein typischer Kling! Mein zweiter Gedanke: So muss ein Kinderbuch sein. Kinder können von der Moral der Geschichte lernen – und die Erwachsenen verstehen die hintergründigen Witze, was ein schönes Leseerlebnis für Groß und Klein bedeutet.

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(Foto: Privat)

Zur Gestaltung: Ich bin wahrlich kein Kunstkenner oder habe Ahnung von guten Illustrationen. Dennoch erkenne sogar ich, mit wie viel Liebe zum Detail Astrid Henn die Geschichte illustriert hat. Es gibt auf jeder Seite viel zu Entdecken – übrigens nicht nur für die kleinen Leser. Die Illustratorin hat es geschafft, den Sprachwitz von Marc-Uwe Kling in ihren Bildern festzuhalten und zu unterstreichen.

Fazit:

Ich habe das Buch gleich mehrfach durchgeblättert und finde es einfach nur rundum gut gemacht.

5 von 5 Sternen.

Oder, um es im Känguru-Sprech zu sagen: Witzig.

Weiteres zum Buch:

Normalerweise gibt es an dieser Stelle keine Links zu Verkaufsplattformen. Dennoch möchte ich hier das Posting von Marc-Uwe Klings Facebook-Seite zitieren – es ist eine echt gute Sache:

„Der Gewinn aus dem Verkauf des Kinderbuches über meinen Webshop (http://marcuweskleinerladen.de) geht komplett als Spende an den DRK Kreisverband Müggelspree. Das DRK möchte an der Flüchtlingsnotunterkunft Karlshorst für alle Bewohner und vor allem die Kinder einen Spielpark bauen – hierzu muss ein benachbartes Brachgelände komplett umgestaltet und mit entsprechenden Geräten ausgestattet werden. Mehr Infos: http://notunterkunft.drk-mueggelspree.de/index.php…“ (Marc-Uwe Kling, 28.08.2015)

  • Preis: 12,99 €
  • Gebundene Ausgabe: 36 Seiten
  • Verlag: Verlag Voland & Quist; Auflage: 1 (4. September 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3863911164
  • ISBN-13: 978-3863911164
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 4 – 6 Jahre
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6 Gedanken zu “Rezension: „Prinzessin Popelkopf“ (Marc-Uwe Kling, Astrid Henn)

  1. Pingback: Sparstrumpfchallenge #4 – und diesmal bin ich auch dabei | Studierenichtdeinleben

  2. Hallo,
    eine echt schöne Rezension. Ich habe gerade erst angefangen, über Kinderbücher zu bloggen.
    Hast du den einen oder anderen Tipp für mich?
    Liebe Grüße;
    Iris

      • Hallo Sarah,

        bitte 🙂
        Wo informierst du dich zB über Neuerscheinungen? Gibt es Newsletter, die du empfehlen kannst?

        Liebe Grüße,
        Iris

      • Hallo Iris, bitte entschuldige die späte Antwort – das Leben abseits des Blogs schlägt aktuell einige Kapriolen.
        Neuerscheinungen findet man am einfachsten über die Verlagsseiten, die kann man dort herunterladen. Und da gibt es auch die Newsletter. Ansonsten folge ich den verschiedensten Verlagsseiten auf Facebook und Twitter und lese nicht nur viel in Büchern, sondern auch im sozialen Netz 🙂
        Ich hoffe, das hilft Dir weiter!

        Liebe Grüße
        Sarah

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