Rezension: „Das Lavendelzimmer“ (Nina George)

Schon vor einiger Zeit – noch vor der großen Sommerhitze – stand dieser Roman auf dem Programm. Und zwar im Rahmen des Buchclubs „Novelle“, der sich einmal im Monat hier in Dresden trifft. Vielleicht habt Ihr es zwischendurch in meiner Seitenleiste gesehen, dass das Buch bei mir eine Zeit lang pausiert hat.

Das lag in diesem Fall an dem dummen Zufall, dass mein Buch etwas zu spät bei mir ankam und ich es nicht rechtzeitig zum LitClub-Treffen beendet hatte und dann dort gespoilert wurde. Spoiler sind für mich eine ganz fiese Sache bei Büchern, die ich gerne irgendwann mal lesen möchte – oder nunmal gerade aktuell lese. Irgendwie verging dann die Lust am Buch und ich stellte es ersteinmal in die „Warteschleife“.

Nach einiger anderer Lektüre habe ich es aber kürzlich doch wieder hervorgeholt und auch beendet – und der Spoiler war gar nicht mehr so präsent in meinem Kopf. Nun aber zum Buch:

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(Foto: Privat)

Inhalt:

Jean Perdu hat ein Bücherschiff, welches er als „literarische Apotheke“ betreibt. In Paris kommen seine Kunden aus jeder Gesellschaftsschicht und holen sich bei ihm Bücher, die ihre Seelenleiden lindern: Bücher gegen Liebeskummer, Bücher bei Stress in der Familie, Bücher bei Ärger im Job. Jean Perdu hat für alles ein literarisches Mittelchen parat. Das einzige was er nicht hat, ist ein Mittel dagegen, seine eigene Vergangenheit dauerhaft auszublenden. Denn dieser Sommer und eine Reise in die Provence verändern Monsieur Perdu und er muss sich entscheiden, ob er sich seiner Vergangenheit stellt und was aus seinem Leben wird.

Mein Eindruck:

Zunächst einmal: Dieses Buch passte genau in mein „Beuteschema“, denn alle Bücher, die Literatur als Thema aufgreifen sind mir von vornherein sympathisch. Umso neugieriger war ich auf Monsieur Perdu, seine Vergangenheit und die Reise in die Provence.

Mir gefiel auf Anhieb der Gedanke, dass manche Bücher die Seele eines Menschen wieder ins Gleichgewicht bringen – und es dort halten – können, wenn man nur die richtigen für den jeweiligen Augenblick findet. Sind das nicht die Bücher, die wir alle gern lesen würden? Auch fand ich das Lexikon, an dem Perdu arbeitet und in dem er Alltagsgefühle festhält sehr amüsant. Es zeigt sehr gut, wie schrullig aber liebenswert dieser Buchhändler ist.

Eigentlich kann man sagen, dass die Geschichte drei Teile hat – anfangs spielt sie in Paris, dann geht Perdus Reise los und schließlich begleiten wir ihn noch einige Zeit in der Provence. Teil eins gefiel mir ausgesprochen gut, da hier der Buchladen und Perdus Geheimnis im Mittelpunkt standen. Trotz vieler Figurennamen kam ich recht gut rein in die Geschichte und auch, wenn ich den Anfang an einem Punkt etwas eigenartig fand, machte doch alles Sinn. Die Reise wird dann auf eine Art und Weise beschrieben, die zur Reise passt: Gemächlich. An einigen Stellen fragte ich mich, wieso diese Ruhe im Buch sein muss, aber dann kam schon ein neues Ereignis und diese „Leerläufe“ zogen sich nicht allzu lang. Meine Lesepause liegt auch genau in dieser Phase, weshalb ich hier anmerken möchte, dass das durchaus meinen Eindruck verzerrt haben kann. In der Provence erlebt man dann wohl den größten Wandel Perdus und ich fand das sehr interessant zu lesen, auch wenn ich das häufige „die Veränderung ist da – ach nein, doch nicht wirklich“ in der Gefühlswelt des Buchhändlers ein wenig eigenartig fand. Entweder man weiß, ob man sich verändert hat, oder nicht.

Fazit:

Insgesamt ein schönes Buch mit viel französischem Flair, wunderbaren Büchern und einer Sprache, die zum Träumen einlädt. Die Sommerstimmung schwingt in jeder Zeile mit – mal drückend und melancholisch, mal einfach nur warm und wunderbar herzlich.

4 von 5 Sternen.

Weiteres zum Buch:

  • Preis: 14,99€ (HC)
  • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
  • Verlag: Knaur HC; Auflage: 1. Auflage (2. Mai 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426652684
  • ISBN-13: 978-3426652688

 

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Ein Gedanke zu “Rezension: „Das Lavendelzimmer“ (Nina George)

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