Rezension: „Selection – Die Elite“ (Kiera Cass)

Als ich – angefixt von der lieben Jule – den ersten Teil der „Selection“-Trilogie verschlang, hätte ich eigentlich ahnen können, dass ich am Schluss direkt gerne in Band zwei weiterlesen würde. Zum Glück sind meine Eltern an Geburtstagswünsche in letzter Sekunde gewöhnt und so lag Anfang März dann der zweite Teil auf dem Gabentisch. Nun, kurz nachdem Teil drei als Taschenbuch erscheint, ist die Gelegenheit günstig mal kurz meinen Eindruck zu Band zwei zu schildern.

Rezensionen zu den Folgebänden in einer Reihe sind immer schwierig, da man zwangsläufig ein paar Spoiler einbauen muss. Beispielsweise: Figur XYZ lebt noch. Auch wenn ich keine Spoiler zu den ersten beiden Büchern einbinden werde: Man kann sich wohl denken, dass die Protagonistin aus Band eins – America – auch im zweiten Buch eine große Rolle spielt. Ebenso die beiden männlichen Eckpunkte des Gefühls-Dreiecks: Aspen und Maxon. Alle weiteren Namen vermeide ich hier bewusst.

Selection 2

(Foto: Privat)

Inhalt:

America ist weiterhin im Palast und eine Teilnehmerin des Castings und noch immer ist sie unsicher, ob sie Maxon – und die Krone – oder Aspen – und ihr altes Leben – wieder haben möchte. Während sie sich versucht zu entscheiden, wird der Palast vermehrt das Ziel von Rebellenangriffen und auch innerhalb der Palastmauern warten so einige Prüfungen aus America. Einige in Verbindung mit dem Casting – andere sind dagegen ganz persönlicher Natur. Und noch eines muss America feststellen: Wissen ist etwas sehr gefährliches in Illeá.

Mein Eindruck:

Wenn es in Band zwei nur um das Beziehungsdreieck Maxon – America – Aspen gegangen wäre, hätte ich das Buch wohl enttäuscht beiseite gelegt. Zum Glück hat Kiera Cass ein Gespür dafür, dass gute Liebesgeschichten auch von guten Lebensgeschichten handeln. Egal wie absurd die Vorstellung eines Castings für den zukünftigen Monarchen auch in unserer Welt klingen mag (die, mal nebenbei, ähnliches als Reality-TV verkauft…), so real und greifbar sind doch all die kleinen Momente, die in diese Geschichte eingeflochten werden: Das Gefühl, nicht gut genug zu sein, sich immer mit anderen messen zu müssen – oder einfach nur die Angst, den potentiellen Schwiegereltern nicht zu gefallen.

Zudem hat Cass eine spannende Geschichte um das Casting herum gewoben, indem sie die politische Situation des Landes Illeá alles andere als zum Märchenschauplatz gemacht hat. Nord- und Südrebellen kämpfen um Veränderungen im von Kasten geprägten Land, die Ungerechtigkeit ist so groß, dass man selbst als Leser dagegen rebellieren möchte. Auch im Palast werden die Ungerechtigkeiten und die abstrusen Regeln, nach denen das Land leben muss, spürbar. Americas Reaktionen darauf sind zwar unüberlegt, aber man kann sich voll und ganz mit ihr identifizieren.

Genau das ist es, was mich so an der Geschichte fasziniert: Die Rahmenbedingungen sind komplett anders als in unserer Welt – und doch ist das, was America erlebt immer greifbar und lässt einen mitfiebern, so dass man gar nicht merkt, wie schnell man schon am Ende des Buches angelangt ist.

Man merkt es erst, wenn man auf der letzten Seite ankommt und – in meinem Fall – völlig frustriert den Nachfolgeband herbeisehnt.

Fazit:

Lasst Euch nicht von dem „Prinz sucht Prinzessin über ein Casting“-Setting verunsichern! Diese Geschichte ist so viel mehr als nur eine kitschige Liebesstory – und noch dazu ist sie verdammt spannend. Man liebt und hasst die Figuren aus vollem Herzen und kann so wunderbar vom eigenen Alltag abschalten.

Mehr zum Buch:

  • Preis: 9,99€
  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch; Auflage: 4 (23. Juli 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3733500954
  • ISBN-13: 978-3733500955
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
  • Originaltitel: The Elite
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Ein Gedanke zu “Rezension: „Selection – Die Elite“ (Kiera Cass)

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