Rezension: „Doctor Who – Silhouette“ (Justin Richards)

Da wir Doctor Who-Fans in diesem Jahr ein wenig auf dem Trockenen sitzen, was neue Folgen der Serie anbelangt, müssen wir uns kurzerhand anders Abhilfe verschaffen. Und da es draußen sehr warm ist, habe ich mich lesetechnisch sowieso in kühlere Gefilde begeben wollen – warum also nicht mit dem Doctor und Clara das viktorianische London retten?

Teo

(Foto: Privat)

Inhalt:

Der Doctor und Clara fangen eine seltsame Energiespitze aus London am Ende des 19. Jahrhunderts auf. Solch eine Energiespitze dürfte es dort zu dieser Zeit gar nicht geben – und wenn es etwas in einer bestimmten Epoche noch nicht geben dürfte, ist der Doctor der erste, der nach dem Rechten schaut.

Madame Vastra, Jenny und Strax ermitteln in der Zwischenzeit in mysteriösen Mordfällen: Ein Mordopfer wurde in einem verschlossenen und ansonsten menschenleeren Zimmer erstochen, dem anderen scheint jegliche Lebensenergie ausgesaugt worden zu sein.

Clara, der Doctor und das Team um Detektivin Vastra müssen schnell erfahren, dass nicht alles so ist, wie es zu sein scheint.

Mein Eindruck:

Es gibt drei Dinge, die ich besonders an der Serie Doctor Who liebe: Erstens, die Vielschichtigkeit des Doctors. Zweitens, die flotten Sprüche zwischen ihm und den anderen Figuren. Drittens, die spannenden Abenteuer mit fremden Alienwesen. Die ganz starken Folgen der Serie schaffen es, dass ich lache und weine und alles um mich herum vergesse.

Schnell war mir klar, dass ich mit „Silhouette“ einen Doctor-Who Roman in den Händen hielt, der – was die Spannung anbelangt – der Serie in nichts nachsteht. Schnell ist man im Geschehen drin, fiebert mit, was der Doctor als nächstes tun wird, verflucht Clara, wenn sie wieder einmal einen ihrer Alleingänge startet und lacht über allerlei lustige Situationen, in denen der Doctor – oder Strax – etwas typisch Menschliches völlig falsch verstehen.

Auch die Beziehung zwischen dem zwölften Doctor (Peter Capaldis Doctor) und Clara wird im Roman gut umgesetzt. Ich hatte des öfteren die Stimmen der Schauspieler im Kopf – was zugegebenermaßen ein wenig verwirrend war, da ich die Serie immer auf Englisch gucke, das Buch aber auf Deutsch las. An dieser Stelle sei angemerkt, dass ich ab und an durch ein paar nicht ganz optimale Übersetzungen aus dem Lesefluss gebracht wurde. Die ein oder andere Floskel hätte ich anders übertragen – im Großen und Ganzen ist durch die Übersetzung aber nichts von der Grundstimmung des Buches verloren gegangen. (Auch, wenn sich der Doctor für mich mit C und nicht mit K wie im Buch schreibt…) Ganz besonders klasse fand ich natürlich die typischen Anspielungen auf die lange Serien-Geschichte!

Der einzige Punkt, an dem ich mich gestört habe – und bei dem ich nicht weiß, ob es an der Erzählform der Geschichte oder der Geschichte selbst liegt – ist, dass die Handlung sich langsamer anfühlte, als ich das von den Abenteuern des Doctors kenne. Vielleicht ist das Tempo der Serie nicht in diesem Maße auf das geschriebene Wort übertragbar, hat man hier doch nicht die Möglichkeit schneller Schnitte, Zooms und anderer dramaturgischer Spielereien. Möglicherweise hätte man die Szenen noch enger ineinander verschachteln müssen, so dass man als Leser auch die anderen Figuren stets im Blick hat. Hier war das nicht der Fall, da man viele Gespräche und Erkundungen „im Ganzen“ miterlebte, dann zeitlich gesehen zurücksprang um eine andere Figur zu begleiten. Eine stärkere Verschränkung der Erzählebenen hätte die Spannung sicher noch erhöht.

Fazit:

Dennoch kann ich nicht behaupten mich bei der Lektüre von „Doctor Who-Silhouette gelangweilt zu haben – im Gegenteil, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Für jeden Whovian der die aktuelle Serienpause überbrücken und neue Abenteuer mit dem Doctor erleben möchte, kann ich dieses Buch nur empfehlen. Und auch Neulinge können sicher so einen Einstieg in die Welt des Doctors finden – und das, ohne Spoiler zur laufenden Handlung erwarten zu müssen. Einzig und allein die Running Gags sind für Neu-Whovians vielleicht nicht gleich verständlich.

4 von 5 Sternen

Mehr zum Buch:

  • Preis: 12,80€
  • Broschiert: 320 Seiten
  • Verlag: Cross Cult; Auflage: 1 (26. Oktober 2015)
  • Sprache: Deutsch – übersetzt von Susanne Döpke
  • ISBN-10: 3864257999
  • ISBN-13: 978-3864257995
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2 Gedanken zu “Rezension: „Doctor Who – Silhouette“ (Justin Richards)

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