Rezension: „Das Geheimnis der Quantenwelt“ (Thibault Damour & Mathieu Burniat)

Ich konnte mich nie entscheiden, wofür mein Herz mehr schlägt: Für die Geistes- oder die Naturwissenschaften. In meiner beruflichen Laufbahn habe ich ersteres gewählt, meine Freizeit tendiert immer häufiger zu letzterem. Das jüngste Beispiel für diese Balance ist „Das Geheimnis der Quantenwelt“, welches ich vom Knesebeck Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen habe. Danke dafür.

(Foto: S. Schückel)

Inhalt:

Bob und sein Hund Rick sind auf einer Reise zum Mond, als etwas außergewöhnliches passiert und Rick schließlich in der Quantenwelt landet. Dort entdeckt er nach und nach die Prinzipien, nach denen die Quantenphysik zu funktionieren scheint und erfährt, wie man sie sich vorstellen kann – und welche Probleme das jeweilige Modell aufweist.

Auf der Reise durch die Quantenwelt lernen Rick und Bob namhafte Physiker kennen: Planck, Einstein und Schrödinger sind nur drei der großen Denker, deren Theorien und Ideen vorgestellt werden. Und während das eigentliche Abenteuer in Schwarz-Weiß gehalten ist, zeigt sich die eigentliche Vielfalt der Quantenwelt in bunten Farben, welche die verschiedenen Ideen in ihrer Darstellung unterstreichen.

Mein Eindruck:

Da das Wort „Physik“ in vielen einen ähnlichen inneren Fluchtmechanismus auslöst wie die Worte „Chemie“ oder „Mathematik“, kurz etwas zu den Grundvoraussetzungen für diesen Comic: Ich selbst habe Physik in der 10. Klasse abgewählt und bin so nie mit der Quantenphysik in Berührung gekommen. Zudem hatte ich zwar Mathe und Chemie als Leistungskurse in der Oberstufe – habe aber auch da bei weitem nicht alles verstanden. Das hat jedoch nichts an meiner generellen Neugier geändert, die alles betrifft „was die Welt im Innersten zusammenhält“ (um mal wieder meinen geschätzten Goethe zu zitieren). Wer diese generelle Neugier behalten hat, hat alle Grundvoraussetzungen für den Quantenwelt-Comic.

Die Zeichnungen von Mathieu Burniat machen den Einstieg in diese Comicwelt sehr einfach, denn sie sind klar gehalten und weisen nur die notwendigen Details auf. Das senkt die Hemmschwelle, sich auf einen Comic über Quantenphysik einzulassen. Übrigens sind die dargestellten Szenen dnenoch detalliert genug, um die Vielschichtigkeit unserer Vorstellungen von der Quantenwelt abzubilden.

(S. 36, Foto: S. Schückel)

Wie bereits erwähnt, ist ein Großteil des Comics in Schwarz-Weiß gehalten. Die Elemente der Quantenphysik, die dann jeweils beleuchtet und erklärt werden, werden meist mit anderen Farben (gelb, blau, rot oder auch grün) visualisiert. Auf diese Weise sieht man direkt, was wichtig ist und was lediglich zum Hintergrund gehört. Ich finde diese Darstellung sehr angenehm, da es mir dadurch leichter fiel, mir quantenphysikalische Prozesse vorzustellen. Diese Farbgebung könnte jedoch problematisch für Leser mit Farbfehlsichtigkeit sein.

Rick und Bob schließt man sofort ins Herz – aber das muss man ja beinahe auch zwangsläufig: Wer kann schon einem sprechenden Hund widerstehen? Mir gefiel besonders, dass es neben der Erklärung der Quantenwelt noch eine Rahmenhandlung gab. Diese hätte für meinen Geschmack zwar auch ein bisschen ausführlicher ausfallen können, bei einer Gesamtlänge der Geschichte von 145 Seiten ist das jedoch „Jammern auf hohem Niveau“, denn die Erzählung war rundum stimmig und vor allem auch witzig!

A propos hohes Niveau: Thibault Damour, der Autor des Comics, mag zwar Professor für Quantenphysik sein, schafft es jedoch, die quantenphysikalischen Modelle und Vorgänge greifbar zu erklären. Ein wenig Vorwissen mag zwar für das Verständnis hilfreich sein, ist aber absolut nicht nötig. Rick ist hierbei eine sehr hilfreiche Figur, denn er hat – vermutlich wie der Leser auch – keine Ahnung von den quantenphysikalischen Vorgängen und stellt des Öfteren Fragen, die man selbst gerade im Kopf hat. Auch greift er immer mal kurz Erkenntnisse auf, die er früher in der Geschichte gewonnen hat und ist somit gleichzeitig eine Gedankenstütze für den Leser. Im Übrigen gibt es auch ein Glossar am Ende des Buches, welches noch einmal näher auf die ein oder andere wichtige Persönlichkeit bzw. ihre Entdeckung eingeht. Das Glossar ist mir persönlich ein wenig „formellastig“ und dadurch stellenweise etwas unverständlich, aber im Großen und Ganzen blickt man durchaus durch.

Fazit:

Dieser Comic ist etwas für neugierige Menschen, die mehr über die faszinierende Quantenwelt erfahren möchten. Ob man nun Physikkenntnisse mitbringt oder nicht: Die Geschichte macht Spaß und setzt die verschiedenen Theorien in Verbindung miteinander – und das ist es, was den Comic so besonders macht.

In diesem Sinne: bleibt neugierig!

5 von 5 Sternen.

Mehr zum Buch:*

„Das Geheimnis der Quantenwelt“ wurde von der bild der wissenschaft Redaktion zu einem der „Wissensbücher des Jahres 2017“ gewählt. Es siegte in der Kategorie „Überraschung“ – mehr dazu findet sich hier auf der Verlagsseite.

  • Preis: 19,95€
  • Gebundene Ausgabe: 168 Seiten
  • Verlag: Knesebeck (Hier findet Ihr auch weitere Ausschnitte und Informationen zu Autor und Zeichner)
  • ISBN-10: 3957280508
  • ISBN-13: 978-3957280503

 

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4 Gedanken zu “Rezension: „Das Geheimnis der Quantenwelt“ (Thibault Damour & Mathieu Burniat)

  1. Hey!
    Ich bin zwar kein großer Physik-Fan, dennoch konntest du mit der Rezension meine Neugierde wecken 🙂
    Somit werde ich mir den Comic mal speichern, das sieht echt super interessant aus und die Thematik wirkt interessant.

    Liebe Grüße,
    Nicci

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  2. Pingback: Buchjahr 2017 – ein Rückblick | Studierenichtdeinleben

  3. Ich liebäugle schon so lange mit diesem Comic! Ich bin nur einfach immer etwas zu geizig (zumal ich im Moment dauerpleite bin…). Ich liebe Physik und die Naturwissenschaften im Allgemeinen. Deswegen bin ich auch so froh, dass ich etwas studieren kann was alle ein Stück weit vereint. Irgendwann werde ich mir dieses Buch definitiv mal zulegen und dann sicher lieben ^^

    Liebste Grüße,
    Mareike

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    • Liebe Mareike,

      ja, das Buch ist grandios! Ist auch was gutes zum Wünschen 😉 Meinem Studienziel, etwas zu studieren, bei dem ich Sprachliebe und liebe zur Wissenschaft (generell) ausleben kann, bin ich ja nun zum Glück auch wieder näher gekommen. Nach zwei Jahren mit 50:50 für PR und andere Aufgaben hab ich jetzt eine Stelle in der Wissenschaftskommunikation. Da bin ich sehr gespannt, was ich dabei lerne 😀

      Liebe Grüße
      Sarah

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