Buchmesse – Dilemmata neuer Lektüren und andere Geschichten

Sie ist vorbei. (Ja, okay, jetzt nun wirklich. An diesem Beitrag schreibe ich seit dem 25. März…)

Die Leipziger Buchmesse 2019 ist Geschichte und war voller Geschichten: Wunderbare Begegnungen, berührende Momente, Gespräche voller Lachen und verzerrte Selfies – aber (natürlich!) auch allerlei Bücher.

Als „Märzenkind“, also als jemand, der im Buchmessemonat Geburtstag hat, schraubt sich mein Stapel ungelesener Bücher bekanntermaßen gleich zu Beginn des Monats in neue Höhen ( Danke, Anonymer-Thomas, Kerstin und Janna) und alle Jahre wieder hege ich den strengen Vorsatz, den SuB zur Leipziger Buchmesse nicht noch weiter anschwellen zu lassen. Und wie das so mit guten Vorsätzen ist: Ich halte mich nie daran.

Von „leichter“ Lektüre und dem Parallellesen

Da ich zur LBM täglich von Dresden aus pendle, versuche ich möglichst minimalistisch unterwegs zu sein – was bedeutet, dass ich mit meinem Rucksack auswandern könnte, jedoch nur ein dünnes Büchlein für die Lesezeit in den übervollen Bahnen mitnehme.

In diesem Jahr hat mich das Penguin Mini-Buch von Audre Lorde – „The Master’s Tools Will Never Dismantle the Master’s House“ begleitet, das ich im Rahmen von Evas Aktion #WirLesenFrauen aus dem Regal gezogen habe und das mich stark beeindruckt hat. (Mehr dazu an anderer Stelle.)

Mein Problem ist jedoch: Ich lese auf dem Heimweg direkt in die neu mitgebrachten Bücher rein, habe hinterher lauter angefangene Bücher und weiß jetzt nicht, welches ich wirklich wirklich lesen soll. Zumal die wunderbaren Geburtstagsbücher schon beim Aufschließen der Wohnungstür lauthals protestieren und mir ein schlechtes Gewissen einreden wollen.

Dieser Blogbeitrag ist übrigens eine von vielen Methoden, vor diesem schlechten Gewissen wegzurennen. Hausputz ist eine weitere Methode – der Blogbeitrag eignet sich aber auch wunderbar dafür, vor dem Hausputz wegzurennen. Win-Win nennt man das wohl.

Jetzt aber Butter bei die Fische:

Die Buchausbeute (Foto: S. Schückel)

Was ist neu im Regal?

  • „Die Reduktion der Pfirsichsaucen im köstlichen Ereignishorizont“ von Alexander Graeff (Rezensionsexemplar vom Verlagshaus Berlin)
  • „Worte mit L“ von Tamara Bach (Rezensionsexemplar vom Carlsen Verlag)
  • „Die Götter sind los“ und „Die Götter an Bord“ von Maz Evans (Rezensionsexemplare vom Carlsen Verlag)
  • „Schamlos“ von Amina Bile, Sofia Nesrine Srour und Nancy Herz (Rezensionsexemplar vom Carlsen Verlag)
  • „Thanksgiving“ von Tracy Barone (Rezensionsexemplar vom Diogenes Verlag, wird noch einen anderen Titel bekommen)
  • „Der Stotterer“ von Charles Lewinsky (Rezensionsexemplar vom Diogenes Verlag)
  • „Der Marsianer“ von Andy Wier (Geschenk von LovelyBooks)
  • „Maze Runner – die Auserwählten in der Brandwüste“ von James Dashner (Geschenk von LovelyBooks)
  • „Der Pakt“ von Michelle Richmond (Geschenk von LovelyBooks)
  • „Bleib doch wo ich bin“ von Lisa Keil (Geschenk vom Fischer Verlag)
  • „Rückwärtswalzer“ von Vea Kaiser (Rezensionsexemplar vom Kiepenheuer & Witsch Verlag)
  • „Der Bücherdrache“ von Walter Moers (selbst gekauft)

Nicht alle Bücher ziehen endgültig in mein Regal ein – die als „Geschenk“ markierten, werden wohl demnächst neue Regale ihr Zuhause nennen. Dennoch freue ich mich natürlich sehr und bin ein klein wenig überwältigt, weil die Verlage so großzügig waren. Und auch eine großzügige Rezensionsfrist gegeben haben, sodass ich hier nicht in Panik verfallen muss, weil so viele Bücher auf einmal warten.

Übrigens: Sind da nicht wunderbar viele Autorinnen in der Liste? Ich bin begeistert, dass beispielsweise der Carlsen Verlag nur Frauen als Stargäste zum Bloggerempfang eingeladen hat.

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Geschichten zwischen Buchdeckeln und außerhalb

Auf einer Buchmesse dreht sich zwar alles um die Bücher, aber wirklich gute Geschichten erlebt man vor allem abseits der Regale. [Achtung, es könnte gefühlsduselig werden.]

Da war die Begegnung mit Anke Stelling, die beim MDR kurz vor Beginn der Preisverleihung des Preises der Leipziger Buchmesse aus ihrem Buch, „Schäfchen im Trockenen“, las und die ich glücklicherweise abpassen konnte. Ich bat sie um eine Signatur in mein Buch und sie schien überwältigt zu sein, als sie meine Lesefähnchen sah. Ich versuchte in Worte zu fassen, dass dieses Buch für mich einfach nur grandios ist und ich glaube, das hat sie ein wenig überfordert. Eine knappe Stunde später sollte dann mein Wunsch in Erfüllung gehen – sie bekam den Preis in der Kategorie Belletristik.

Da war das Bloggertreffen bei KiWi mit Vea Kaiser, die uns mit insgesamt 8kg Gebäck ihrer Tante und Weißwein überraschte und die uns nahezu im Minutentakt zum Lachen brachte.

Da war die Begegnung mit Sofia Nesrine Srour und Nancy Herz bei Carlsen, denen ich von Evas Blogaktion #WirlesenFrauen erzählt habe und die uns so viel Mut und Power in ihrer kurzen Rede mitgegeben haben.

Da war das Wiedersehen mit meiner Brieffreundin Betti, die mich mit ausgedruckten Fotos überraschte.

Da war der Moment, als ich Mareike vor die Nase sprang, weil sie kurz zuvor auf Twitter schrieb, dass das okay sei, denn ich hatte mich am Vortag einfach nicht getraut.

Da waren tolle Spontantreffenmomente mit Arndt und Wiebke, dank denen ich nun eine Hörbucheule namens „Gröhle“ (fragt Janna) und eine wunderbare Buchtasche mein Eigen nennen darf.

Und da war halt auch die Crêpe-Gäng, allen voran Janna und Marlen, mit denen ich eigentlich „nur“ Crêpe essen gehen wollte (scheinbar macht man das auf einer Messe, zum zehnjährigen Jubiläum steige ich also auch in die Tradition ein). Und dann sind diese Buchbloggermenschen einfach so verdammt toll und auf dem Heimweg am Sonntag kam mir ein bittersüßer Gedanke: So hätte meine Schulzeit auch sein können – einfach akzeptiert werden, mit auf Fotos gezogen werden, gemeinsam lachen, Späße machen, dumme Sprüche reißen und Grimassen auf Fotos schneiden (for the record: Janna sieht immer brilliant aus, egal was sie selbst behauptet). Versteht mich nicht falsch, ich habe wunderbare Freunde und verschiedene Gruppen von Menschen, die mich wirklich mögen. Doch dieses Schulklassenausflugsfeeling kam zur Messe so ganz besonders intensiv auf und zum ersten Mal in meinem Leben war ich mittendrin statt nur dabei.

Und so kann ich zur Leipziger Buchmesse 2019 nur eines sagen:

Dankeschön. ❤

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13 Gedanken zu “Buchmesse – Dilemmata neuer Lektüren und andere Geschichten

  1. Schön, dass du eine so tolle Messe hattest!
    Von den Büchern, die du mit nach Hause gebracht hast, habe ich bislang nur den Marsianer gelesen. bin nicht sehr SciFi-erfahren, aber der hat mir ganz gut gefallen.

    Ich verstärke demnächst die Buchblogger in Dresden, da laufen wir uns bestimmt mal über den Weg – und wenn’s auch kein Klassentreffen wird, für einen Kaffee reicht’s ja vielleicht? 😉
    Viele Grüße, Jana

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    • Oh Gott, bitte entschuldige die späte Antwort. Wenn mich mal eine Seuche legt, dann so richtig…

      Du kommst/ziehst nach DD? Sehr cool 😀 Kaffee ist definitiv gebongt 😀
      Der Marsianer liegt hier und lockt – wie leider so vieles auf meinem SuB. SciFi hab ich aber seit Illuminae nicht mehr gelesen, also wird es wohl bald Zeit ^^

      Liebe Grüße
      Sarah

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  2. Es war so toll dich kennenzulernen und es ist schön eine weitere, auf Anhieb so wahnsinnig sympathische Bloggerin wie dich jetzt zu kennen 😎😘

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  3. Oooohhhh Sarah! Welch wundervolle Worte, ich bin wirklich gerührt! Und ich habe mich ebenfalls mega darüber gefreut dich endlich mal knuddeln zu können UUUUUND ich freue mich schon mega auf ein zukünftiges Treffen ❤

    Auf dein KiWi-Termin bin ich dezent neidisch, VOR ALLEM wegen der Leckereien 😉 und ich freue mich das deine Eule nun diesen Namen hat :-*

    Hab einen mukkeligen Sonntag!

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  4. Hallo Sarah,

    ich komme nun auch mal kommentieren – ich lese immer nur!
    Jetzt wo ich deinen Messebericht nochmal lese, bekomme ich gleich wieder den Messeblues. Es ist noch so lange hin, bis zur nächsten LBM!!!!
    Aber vielleicht sehen wir uns ja mal in Dresden bei Sheakspears Enkel? Muss mal sehen, was sie so demnächst im Programm haben.

    Hab noch einen guten Sonntag.
    Liebe Grüße Anett.
    #litnetzwerk

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    • Liebe Anett,

      gar kein Problem – ich habe oft auch nicht die Zeit, zu kommentieren. Ich freue mich, dich auch hier zu lesen 🙂
      Unbedingt! Ich halte mal nach Veranstaltungen bei den Enkeln aus und vielleicht klappt es ja zeitlich!

      Ganz liebe Grüße,
      Sarah

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