Rezension „Kat Menschiks und des Diplom-Biologen Doctor Rerum Medicinalium Mark Beneckes Illustrirtes Thierleben“

Wenn mich jemand fragt, welches wohl meine schwierigste Eigenschaft ist, dann ist es wohl meine Neugier. Positiv wie negativ – eine unbändige Neugier vor allem in Bezug für Wissen zieht sich durch mein gesamtes Leben.

Es gibt drei Faktoren, die dafür maßgeblich verantwortlich sind: Meine Eltern, die besagte Neugier immer förderten, das frühe Lesenlernen (welches ich mir vor gut 26 Jahren bei ihnen erningelte) und – in Folge dessen – Bücher. Es gibt für mich auch kein „unnützes Wissen“, selbst wenn ich für bestimmte Fakten (aktuell) keine direkte Verwendung habe. Als Kind habe ich fasziniert „die Sendung mit der Maus“ und „Löwenzahn“ (mit Peter Lustig!) geguckt, heute sind es ARTE-Dokumentationen.

Zu sehen ist das Buch, daneben ein großes Schneckenhaus. Das Buch hat bunte Illustrationen auf dem schwarz gehaltenen Cover, u.a. Verschiedene Insekten, ein menschliches Herz und eine Fledermaus.
(Foto: S. Schückel)

Ein Buch, das die Liebe zum Wissen und zum Detail so abfeiert, dass es meinen inneren Nerd im Kreis grinsen lässt und mich besagtes Buch in nahezu jeder Unterhaltung erwähnen lässt, ist „Kat Menachiks & des Diplombiologen Doctor Rerum Medicinalium Mark Beneckes illustrirtes Thierleben“ aus dem Galiani Berlin Verlag. Ich weiß nicht, wie lange ich gebraucht habe, mich auch nur angesichts der Vorschau zu trauen, dieses Buch anzufragen und ich bin sehr glücklich, dass der Verlag noch ein Rezensionsexemplar für mich übrig hatte.

Wissen bedeutet Staunen

Ob als Kind bei besagten Sendungen bzw. den dazugehörigen Büchern oder als Erwachsene an der Uni (an der ich das Glück habe, arbeiten zu dürfen): Mit Wissen verbinde ich immer zuallererst ein Staunen – meist gefolgt von Fragen. Und genau an diesem Punkt setzt das Buch an: Die kunstvollen Illustrationen der grandiosen Kat Menschik fallen auf dem Cover dank der Reliefstruktur nicht nur ins Auge. So saß ich erst einmal staunend da und betrachtete jedes Detail des Buches – die zum Cover passende Rückseite sowie zugehörig gestaltetes Vorsatzpapier, wie auch den schwarzen Buchschnitt. Ob bibliophil oder nicht, ich bezweifle, dass dieses Cover diejenigen, die es betrachten, nicht zu faszinieren vermag. (Okay, mit Ausnahme vielleicht derer, die Krabbeltierchen weniger mögen. Aber keine Sorge: Immerhin gibt es keine Spinnen.)

Und dann sind da bei mir gleich auch schon die Fragen im Kopf: Was ist das für ein Käfer, was für ein Schmetterling, was hat es mit der Fledermaus auf sich? – Dort setzen die Texte von Dr. Mark Benecke an. An dieser Stelle muss ich zugeben, dass ich – entgegen des Textes über ihn am Ende des Buches – noch nicht von ihm gehört hatte. Asche auf mein Haupt, aber so, wie ich viele Dinge aus dem Buch nicht wusste, hat sich auch das direkt geändert.

Zu sehen ist die erste Seite des Buches, daneben ein großes Schneckenhaus. Die Seite zeigt den Titel (rechts) mit einer Illustration eines Baumes darunter. Links ist die Illustration von Dr. Mark Benecke zu sehen.
(Foto: S. Schückel)

Von verschwenderischen Papageien und allerlei weiterem Getier

Müsste ich ein Lieblingskapitel aus dem Buch wählen, würde diese definitiv nicht einfache Entscheidung wohl zugunsten der Alexandersittiche ausgehen. Wir haben schließlich selbst so einen gefiederten Freund, wenn auch aus einer anderen Papageienfamilie.

Besagtes Kapitel über die verschwenderisch lebenden Alexandersittiche ist eines von insgesamt 17 Kapiteln, die nicht nur mit interessanten Fakten über diverse Tierarten daher kommen, sondern auch mit sehr viel Humor und Augenzwinkern geschrieben wurden. Ob Glühwürmer, nekrophile Enten, Pfeilstörche oder unterschiedliche Hunderassen: Jedes einzelne Kapitel ließ mich staunend zurück, weil die Natur noch viel spannender und interessanter ist, als ich das bisher ohnehin dachte. Und zum Glück gibt es am Ende des Buches ein umfangreiches Literaturverzeichnis, denn hinterher wollte ich noch viel mehr über diese faszinierenden Wesen wissen, als vorher.

Für diejenigen, die sich angesichts der verschiedenen Maden und Krabbeltiere auf dem Buchäußeren fragen, ob der Inhalt mancher Kapitel ähnlich unappetitlich daher kommt, sei gesagt: Ja, durchaus. Denn die Natur hat ihre unappetitlichen Seiten, aber (!) Dr. Benecke schafft es mit seiner einerseits sehr humorvollen, andererseits aber auch nüchternen Sprache, dass man, wenn man nicht beim Lesen gerade etwas isst, gut durch das Buch kommt. Vielleicht etwas Obacht beim Kapitel zum „Rotbeinigem Schinkenkäfer“, aber ansonsten ist das Buch wirklich nicht gruselig.

Ein Fest für Neugierige

Während die Natur draußen in die wohlverdiente Winterpause geht, eignet sich dieses Buch hervorragend für den ein oder anderen gemütlichen Lesenachmittag. Vor allem dann, wenn Euch danach ist, neue Dinge zu entdecken und Ihr Euch vielleicht auch nach diesem Gefühl sehnt, das zumindest ich immer hatte, wenn Peter Lustig mir die Welt erklärte. Der Vorteil am Erwachsensein und an diesem Buch ist, dass es nicht „Abschalten“ heißt, sondern wir ohne Ermahnungen einfach weiter neugierig sein dürfen. Denn nichts anderes löst dieses Buch – zumindest in mir – aus: Pure Neugier auf mehr. Und ich hoffe, dass es vielen Lesenden genauso geht, denn dann gibt es ja vielleicht einen weiteren Band des „Thirlebens“.

Mehr zum Buch*:

  • Leseprobe: Book2Look
  • Preis: 20 Euro
  • Verlag: Galiani-Berlin
  • Umfang: 160 Seiten
  • ISBN: 978-3-86971-201-7

7 Gedanken zu “Rezension „Kat Menschiks und des Diplom-Biologen Doctor Rerum Medicinalium Mark Beneckes Illustrirtes Thierleben“

  1. Hallöchen!
    Ich frage mich gerade ganz erstaunt, wieso dieses augenscheinlich so tolle Buch eigentlich an mir vorbeigegangen sein kann! Genau wie du liebe ich es, in ausgefallenen Büchern mein Wissen zu vermehren, und gerade die Natur ist dafür bestens geeignet.

    Danke dir für die schöne Vorstellung!
    Gabriela

    Gefällt 1 Person

  2. Ich kann dir nur empfehlen mal zu einem Vortrag von Dr. Made zu gehen, wenn es wieder möglich ist. Hoch spannend.
    Ich habe ihn zufällig auf dem Amphi Festival entdeckt, dort hielt er einen Vortrag über Hitlers Schädel. Sehr interessant.

    Gefällt 1 Person

  3. Pingback: {Rezension} Kat Menschiks und des Diplom-Biologen Doctor Rerum Medicinalium Mark Beneckes Illustrirtes Thierleben – Bella's Wonderworld

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