Rezension: „Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth“ (James Dashner)

Eigentlich hatte ich vor, nur Bücher von meinem unmittelbaren SuB zu lesen, da der ja nun wirklich mehr als genug Auswahl bietet. Eigentlich. Denn dann kam alles anders als geplant. Ich gebe der lieben Jule die Schuld dafür, denn sie hat mir immer und immer wieder geschrieben, wie verdammt spannend diese Reihe doch ist. Irgendwann musste ich dann einfach selbst reinlesen und ich habe es nicht bereut. Danke Jule!

Bei Jules Leseecke gibt es übrigens auch Rezensionen zu dieser Buchreihe – schaut doch mal rein!

Ich werde mir jetzt Mühe geben, ohne Spoiler auszukommen. Ihr wisst, was das für eine Herausforderung bei einer Trilogie ist.

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(Foto: Privat)

Inhalt:

Thomas erwacht in einer dunklen Box auf einer Lichtung und ohne jegliche Erinnerung an sein bisheriges Leben. Das einzige, was ihm geblieben ist, ist das Wissen um seinen Namen. Auf der Lichtung trifft er auf andere Jugendliche – alles Jungs – in seinem Alter, denen das gleiche widerfahren ist. Auch sie erinnern sich an nichts. Thomas lernt schnell, dass die Jungs eine eigene Gesellschaftsordnung entwickelt haben und er als sogenannter „Frischling“ am allerwenigsten zu sagen hat. Erst nach und nach findet er Antworten auf einige seiner Fragen.

Die Lichtung, die von den Jugendlichen – die sich selbst „Lichter“ nennen – bewohnt wird, befindet sich inmitten eines gigantischen Labyrinths. In dessen Gängen hausen schreckliche Monster – die „Griewer“ – die insbesondere nachts ihr Unwesen treiben. Die Zugänge zum Labyrinth verschließen sich jeden Abend und öffnen sich jeden Morgen. Eine Nacht im Labyrinth hat noch niemand überlebt – und auch sonst scheint ein Ausweg unauffindbar.

Doch die Dinge auf der Lichtung verändern sich und Thomas Ankunft könnte man als den Anfang vom Ende bezeichnen…

Mein Eindruck:

Ich gebe zu, dass ich am Anfang sehr skeptisch war – trotz meines Vertrauens in Jules Lesegeschmack (sorry Jule ^^). Ich habe vor Jahren „1984“ von George Orwell gelesen und seitdem sehr hohe Maßstäbe, was Dystopien anbelangt. „1984“ ist für mich ein Buch, das den Leser schonungslos in seinen Bann zieht und ihn nicht wieder loslässt – auch nach Ende der Lektüre nicht. Es gehört zu meinen Lieblingsbüchern, obwohl es mich so mitgenommen hat, dass ich es wohl kein zweites Mal lesen werde.

Dystopien gibt es aktuell gefühlt wie Sand am Meer. Es gibt dabei bessere – die Panem-Trilogie gehört für mich dazu – und solche, bei denen ich mich beinahe frage, ob das nicht schon satirisch gemeint sein könnte. Kurzum: Ich hatte befürchtet, enttäuscht zu werden.

Was mich von vornherein jedoch begeisterte, waren all die Fragezeichen, die sich beim Lesen in meinem Kopf ansammelten. Anstatt, dass ich – wie es bei einigen neueren dystopischen Romanen der Fall ist – nach kurzer Zeit ein Schema entdeckte, nach der die Handlung ablaufen würde, wurde ich von Kapitel zu Kapitel unsicherer. Wie auch Thomas musste ich mich erst einmal auf der Lichtung zurecht finden und mich mit der Frustration ungeklärter Fragen abfinden.

Nach und nach lernte ich dann die Lichter kennen und begann die ihnen eigenen Sprechgewohnheiten zu verstehen. (Übrigens übernimmt man die den Lichtern eigenen Worte sehr schnell, was durchaus zu verwunderten Blicken im Freundeskreis führte.) Besonders interessant fand ich die Beschreibungen des Gesellschaftsystems, welche sie auf der Lichtung etabliert haben. Alle Lichter haben die anfallenden Aufgaben des täglichen Lebens untereinander aufgeteilt – wobei der Erforschung des Labyrinths eine Sonderrolle zukommt – sowie Regeln aufgestellt, was im täglichen Miteinander akzeptabel ist, und welches Verhalten eine Strafe nach sich zieht. Die Schwere der Strafen war in Hinblick auf die Situation im Labyrinth bestürzend logisch.

Direkt fiel mir auf, dass James Dashner die Spannung auf konstant hohem Niveau gehalten hat. Sei es bei der Enthüllung bestimmter Details auf der Lichtung oder bei den dann Schlag auf Schlag erfolgenden Ereignissen: Ich hatte nie das Gefühl, dass ich eine Stelle im Buch erreicht habe, an der ich den Kindle ruhigen Gewissens beiseite legen könnte. Das sorgt für Schlafmangel, ja, aber auch für sehr schöne Lesestunden.

Fazit:

Ich finde, eine Dystopie muss den Leser erschrecken, muss ihn an den Eigenschaften des präsentierten Weltsystems beinahe verzweifeln lassen, weil es keinen Ausweg gibt. Ein Labyrinth ist allein schon symbolisch ideal für so ein Dilemma und die weiteren Aspekte, die James Dashner nach und nach dem Leser eröffnet lassen die von ihm erschaffene Welt verstörend wirken. Als Leser habe ich mich, so wie Thomas, immer wieder komplett hilflos gefühlt und nur der Mut der Lichter, alles für ihr Überleben zu tun, gab den Hoffnungsschimmer auf ein versöhnliches Ende.

Wer die Bücher kennt wird bei diesen Worten wohl ein wenig zynisch grinsen: Es ist schließlich erst Band 1.

5 von 5 Sternen

Weiteres zum Buch:

  • Preis: 9,99 €
  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 6672 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 492 Seiten
  • Verlag: Chicken House (21. März 2011)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.

 

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6 Gedanken zu “Rezension: „Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth“ (James Dashner)

  1. Liebe Sarah,

    wie immer eine schöne Rezension, die alles auf den Punkt bringt. Bisher habe ich mich noch nicht an die Reihe gewagt, aber sie reizt mich. Schon allein wegen der Filme, die ja auch ziemlich gut sein sollten. Vielleicht werde ich die Reihe doch bald mal von der Wunschliste befreien müssen 😀

    Übrigens ist dein neues Kleidchen für den Blog sehr schön geworden, gefällt mir gut!

    Liebste Grüße,
    Diana

    • Liebe Diana,

      vielen Dank für die Komplimente 🙂 Besonders freut mich natürlich, dass das neue Design so gut ankommt 🙂

      Ich habe den ersten Film übrigens nicht gesehen und Film zwei war für mich echt gewöhnungsbedürftig. Ich würde jedem empfehlen, deshalb lieber die Bücher zuerst zu lesen, als die Filme vorzuziehen. Nach der Lektüre sind die Filme glaube ich, geeigneter.

      Wie auch immer – ich wünsche viel Spaß bei Dashners Welt 😉

      Liebe Grüße
      Sarah

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