Rezension „Zeitlose 2 – Doras Erwachen“ (Eva-Maria Obermann)

Im Februar habe ich die „Zeitlose“-Trilogie von Eva-Maria Obermann begonnen und bin von dieser Geschichte immer noch so fasziniert, dass ich Euch an meinem Leseerlebnis beim zweiten Buch ebenfalls teilhaben lassen möchte. Wie immer gilt: Spoiler sind nur insofern in der Rezension vorhanden, als dass ich mit einigen Namen verrate, wer auch in Band zwei noch eine Rolle in der Handlung spielt.

Vielen Dank an die Autorin für das Leseexemplar!

(Foto: S. Schückel)

Inhalt:

Dora hat sich, nach all den vergangenen Erlebnissen, für einen kompletten Neuanfang entschieden. Sie lebt nun bei ihren Freunden und versucht, in der neuen Umgebung herauszufinden, wer sie wirklich ist. So wirklich gelingt ihr das aber nicht und während sie versucht, mit den Geschehnissen abzuschließen, beginnen ihre Träume erneut. Nur träumt sie dieses Mal nicht direkt von Nancea und Simeon, sondern von anderen Frauen, die – wie sie selbst – diese Träume gehabt haben.

Mein Eindruck:

Den größten Kritikpunkt an diesem Buch nehme ich gleich vorweg: Es spielt im Sommer. Im Hochsommer noch dazu. Nun könnte man anmerken, dass das Buch bereits im März erschienen ist und ich es auch seitdem als Rezensionsexemplar vorliegen hatte. Dann müsste ich aber selbstkritisch und ehrlich zugeben, dass die im Buch beschriebenen sommerlichen Temperaturen zu dem Zeitpunkt (die Leipziger Buchmesse versank im Schneechaos, ihr erinnert euch?) wesentlich angenehmer gewesen wären und es allein meine Schuld ist, das Buch nicht bei kühlerem Wetter gelesen zu haben. Mit diesem Gedanken ziehe ich die Kritik an der beschriebenen Hitzewelle zurück und bringe völlig unlogisch zu meiner Verteidigung vor, dass ohne mein verzögertes Lesen die Meckerei über das Wetter im Buch lange nicht so passend gewesen wäre.**

Im ersten Teil der Zeitlose-Trilogie drehten sich Doras Träume um Nancea und deren Liebe zu Simeon und gaben ihr das Gefühl, nicht mehr zu wissen, wo Nanceas Leben aufhört und ihre eigene Persönlichkeit beginnt. Dieser Konflikt zieht sich als roter Faden durch das zweite Buch und Eva-Maria Obermann gelingt es, in jede von Doras Entscheidungen subtil die Frage nach ihren eigenen Wünschen hineinzulegen. Es ist ihr dabei gelungen, Doras Stärke noch besser herauszuarbeiten und dennoch ihre Unsicherheit nicht aus den Augen zu verlieren. Dora wirkt dadurch nicht nur unheimlich sympathisch, sondern auch absolut authentisch. Die Autorin zeigt, dass sich charakterliche Stärke und Unsicherheit in Bezug auf Lebensentscheidungen nicht ausschließen müssen – und auch, dass Frauen definitiv auch ohne Mann an ihrer Seite an ihrer Zukunft arbeiten können. Es ist einfach nur erfrischend, solche Geschichten zu lesen, gibt es doch in nahezu jedem Verlagsprogramm auch genügend Beispiele für Geschichten, in denen es der Lebensinhalt einer jeden weiblichen Figur zu sein scheint, einen heiratswilligen Partner zu finden. Eva-Maria Obermann’s Credo scheint dagegen zu sein: Wenn’s passt, passt es – aber frau muss nichts erzwingen.

Das heißt natürlich nicht, dass Dora den Männern komplett abgeschworen hätte. Allein schon ihre neuerlichen Träume führen dazu, dass sie wieder auf Nathan trifft und auch ihr Ex taucht wieder auf. An manch einer Stelle hätte ich Dora gerne zugerufen, dass ihre Unsicherheit, sich für einen der Männer zu entscheiden, ein klein wenig anstrengend ist – und doch wirkte auch dieser Konflikt wieder realistisch. Letztlich kann die Frage, ob man das Bekannte oder das Unbekannte wählen soll, auf jeden Bereich des Lebens übertragen. Dora – die weder wirklich weiß, wie es mit ihrem Studium weitergehen soll, deren Wohnsituation bei ihren Freunden ebenfalls nicht ideal ist und die sich zudem auch Gedanken machen muss, wie sie ihren Lebensunterhalt bestreiten soll – hat auch ohne mysteriöse Träume genügend Probleme. Deshalb sind ihre „Männerprobleme“ zwar durchaus hausgemacht, aber nicht weniger verständlich. (Zumal sie das alles während einer Hitzewelle durchmacht und man da sowieso weniger klare Gedanken fassen kann.)

A propos Träume: Abwechselnd begleitet man als Leser Dora durch ihren holperigen Alltag und durch schmerzhafte Träume. So kurz die Traumsequenzen teilweise auch sind, gelingt es Eva-Maria Obermann, den Schmerz und die Verzweiflung der darin auftauchenden Figuren einzufangen, so dass man sich beim Lesen nicht gegen die Emotionen wehren kann. Die Traumsequenzen stören den Lesefluss überhaupt nicht, sondern verstärken die Spannung noch zusätzlich – mehr noch als in „Simeons Rückkehr“ und haben mich nicht mehr losgelassen.

Fazit:

Es ist der Autorin definitiv gelungen, mich wieder in den Bann der Geschichte um rätselhafte Träume zu schlagen. Jede Figur in ihrem Roman hat ihre eigene Geschichte und all diese Handlungsfäden ergeben gemeinsam ein Buch, das ich nur schwer aus den Händen legen konnte. Ein kleiner Wermutstropfen sind ein paar Rechtschreibfehler, die sich wieder eingeschlichen haben. Wesentlich schlimmer: „Doras Erwachen“ endet auf einen Cliffhanger. Ihr seid also gewarnt.

4 von 5 Sternen.

** Ich möchte anmerken, dass diese Zeilen bei 26°C Raumtemperatur entstanden sind und einem Gehirn entstammen, das am effektivsten bei ca. 20°C arbeitet.

Mehr zum Buch*:

 

  • Taschenbuch: 340 Seiten
  • Verlag: Schwarzer Drachen Verlag
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3940443913
  • ISBN-13: 978-3940443915

 

Ein Gedanke zu “Rezension „Zeitlose 2 – Doras Erwachen“ (Eva-Maria Obermann)

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