Buchjahr 2017 – ein Rückblick

Nun möchte auch ich mich in die Reihe der literarischen Jahresrückblicke einordnen. Auf vielen Blogs meiner Bloggerkollegen und -kolleginnen habe ich schon viel über deren Lesereisen erfahren dürfen und nach allerlei Überlegungen habe ich es geschafft, auch einen Rückblick zu verfassen.

Die Top 10 des Jahres

(Die Slideshow habe ich so klein wie möglich gebastelt, es kann aber – je nach Internetgeschwindigkeit – zu Ladeverzögerungen kommen. Sorry!)

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(Fotos: S. Schückel)

Die Reihenfolge meiner Bücher des Jahres ist keine Wertung – es sind alles Bücher, die mir positiv in Erinnerung geblieben sind und bei denen ich mich freue, sie gefunden zu haben:

  • „QualityLand“ von Marc-Uwe Kling hat mich gleich dreifach begeistert: Auf der Lesung und als Buch bzw. als Hörbuch.
  • „Das kalte Blut“ von Chris Kraus ist in diesem Jahr das Buch mit den meisten Seiten und hat mich ganze drei Monate in Atem gehalten. Diese Sprachgewalt ist nach wie vor beeindruckend und eigentlich juckt es mir schon in den Fingern, es erneut zu lesen. Übrigens ist das eine meiner liebsten Rezensionen, auch wenn ich eine halbe Ewigkeit daran gesessen habe.
  • „Die Stadt der tanzenden Schatten“ von Daniel José Older hat es geschafft, dass ich wieder Vertrauen in das Genre der Fantasy gefasst habe. Nach viel zu vielen Büchern, die einfach nur ein Abklatsch der „großen“ Fantasy-Werke sind, war dies das erste mit einer wirklich neuen Idee!
  • „Bestseller“ von Beka Adamaschwili wird mich auch 2018 begleiten, denn ich darf/durfte den Autor interviewen! Auf das Interview könnt Ihr Euch nächste Woche freuen – und das Buch unbedingt auf die Leseliste setzen. Auch hier: Endlich mal eine innovative Erzählart!
  • „Ein Kind zur Zeit“ von Ian McEwan hat mir alles abverlangt, denn als Tante einer wunderbaren kleinen Maus, fällt der Gedanke, dass ein Kind einfach so verschwinden kann, entsetzlich schwer. Und doch war dieses Buch so voller Wortwunder und Hoffnung, dass es mich nie überfordert hat. Große Kunst!
  • „Die Stadt der Träumenden Bücher“ von Walter Moers and Florian Biege war einer der Ausflüge in die Comics/Graphic Novels in diesem Jahr und hat mich als Moers-Fan absolut überzeugt. Ich freue mich jetzt schon auf Band zwei und die bildgewaltige Umsetzung eines meiner liebsten Bücher.
  • „Das Buch der Wunder“ von Stefan Beuse war ein Spontankauf auf der Leipziger Buchmesse und eines der absoluten Highlights. Tolle Sprache und eine Geschichte, die zum Nachdenken einlädt – alles in einer traumhaft schönen Verpackung.
  • „Das Genie von Klaus Cäsar Zehrer hat mich in vielerlei Hinsicht beeindruckt. Ich habe Parallelen zu meinem eigenen Leben gesehen und bin dankbar, dass meine Eltern dann doch in andere Richtungen eingebogen sind. Dieses Buch ist einfach nur grandios in so vielen Bereichen, dass – wer es noch nicht gelesen hat – es 2018 auf dem Lesestapel liegen sollte.
  • „Exit West“ von Mohsin Hamid ist poetisch, berührend und erschreckend aktuell. Aufgrund meiner Arbeit in diesem Jahr war es manchmal zu nah an mir dran und doch hat es genau den richtigen Ton getroffen, dass ich die Geschichte aushalten konnte.
  • „Das Geheimnis der Quantenwelt“ von Thibault Damour & Mathieu Burniat hat mir gezeigt, dass Naturwissenschaft und Comic sich nicht gegenseitig ausschließen müssen – und dass die Quantenwelt greifbarer ist, als sie für manch einen klingen mag.

Flops 2017

Im Vergleich zu diesen großen Namen und diesen großartigen Geschichten hatten die anderen gelesenen Bücher es wahrlich nicht leicht und eigentlich hätte ich noch mindestens zwanzig weitere tolle Bücher unter den „Top-Büchern des Jahres“ auflisten können. Dennoch gab es auch Enttäuschungen und ich bin froh, dass es nur drei Stück sind:

  • „Und es schmilzt“ von Lize Spit wird von vielen gefeiert – für mich war es nur ein Krawall-Feuerwerk der Gewalt ohne richtige Aussage dahinter.
  • „Die Unzertrennlichen“ von Stuart Nadler hätte ein lustiges Generationen-Buch sein können – war jedoch nur eine Ansammlung an Banalitäten, die gähnend langweilig war.
  • „Ich war jung und hatte das Geld“ von Sebastian Lehmann hätte ebenfalls ein urkomisches Buch sein können, aber verlor sich dann leider in Wiederholungen und sich selbst totlaufenden Running Gags.

Meine „Best Nine“ auf Instagram (Quelle: 2017bestnine.com)

Bloghighlights

Man darf sich auch mal selbst loben, oder? Nunja, selbst wenn nicht, habe ich in diesem Jahr Beiträge geschrieben, die mir auch im Nachhinein besonders gut gefallen und die mein innerer Kritiker nicht in der Luft zerreißt.

  • In der Beitragsreihe zum „Parthenon of Books“ habe ich mich mit dem Kunstwerk zu verbotenen Büchern auf der documenta 14 in Kassel auseinandergesetzt und viele einst verbotene Bücher sind auf meiner Leseliste gelandet.
  • Dank Janine von Kapriziös habe ich mich im Rahmen von #Buchpassion in gleich drei Beiträgen mit meinen Lieblingsautoren auseinandergesetzt und viele Lieblinge neu entdeckt.
  • Dank dem Carlsen Verlag habe ich mich endlich gewagt, Comic-Klassiker auszuprobieren und tiefer in die Comicwelt einzusteigen – dort wird man mich nun definitiv öfter finden!
  • Nach 17 Jahren ist endlich eine weitere Geschichte – in diesem Fall der erste Teil einer Vorgänger-Trilogie – der „His Dark Materials“-Reihe erschienen. Die Rezension dazu folgt bald – im November war dieser Erscheinungstermin für mich Anlass, die Vorzüge der Reihe Revue passieren zu lassen und eine Art Einstiegshilfe zu schreiben.

Weitere Jahresrückblicke

Wer jetzt noch nicht genug von Jahresrückblicken hat, hier habe ich ein paar Links zu lieben Bloggern für Euch:

Bei Gabi im Laberladen findet Ihr nicht nur den Jahresrückblick, sondern auch einen Rückblick auf den Dezember, also gibt’s da direkt zweifachen Grund hinzuschauen. Relativ neu in meiner Linkliste sind Britta und Laura vom Buchlingreport – ihr Jahresrückblick ist deshalb aber nicht weniger lesenswert! Grün wie die Hoffnung ist Elenas Blog Emeraldnotes und meine Lieblingsfarbe in Kombination mit ihren Leseinteressen ist definitiv einen Klick wert. Franzi von Lovelymix hat – nomen est omen – einen tollen Mix zusammengestellt und Juliane von I am Jane hat die Glanzpunkte und Debakel ihres literarischen Jahres ebenfalls aufgeführt.

Edit: Linus von Buzzaldrins darf hier nicht fehlen: Sein Mut macht ihn für mich zum Menschen des Jahres und seine Buchauswahl ist immer spannend!

Es gibt natürlich noch viel mehr Jahresrückblicke, deshalb: Gerne dürft Ihr auch in den Kommentaren Eure Jahresrückblicke verlinken! Es gibt so viele, da hab ich glatt die Übersicht verloren.

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5 Gedanken zu “Buchjahr 2017 – ein Rückblick

  1. Liebe Sarah,

    auch deinen Jahresrückblick habe ich sehr gerne gelesen und mir hat dein Ansatz richtig gut gefallen – nicht zu viel und nicht zu wenig (bei mir ist’s nämlich glaub mal wieder etwas zu umfangreich geworden… 😅)! Natürlich freue ich mich, dass sich ein Highlight – „Das Genie“ – bei uns deckt. Was bin ich froh, dass sich meine Mama das Buch zugelegt hat und ich es mir kurzum geschnappt habe! „Exit West“ habe ich mir ja zu Weihnachten gewünscht und da es dir so gut gefallen hat („poetisch“ klingt ja schon mal ganz nach meinem Geschmack!), bin ich zuversichtlich, dass es auch mich begeistern wird. 🙂
    Im Übrigen beneide ich dich trotzdem ein bisschen darum (und freue mich aber natürlich für dich!), dass bei dir so wenig Flops dabei waren! Ich hoffe, dass ich 2018 in der „Büchertombola“ auch wieder mehr Gewinne ziehe und es bei dir mindestens so gut weitergeht. 😉

    Viele liebe Grüße,
    Elena

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  2. Ui, vielen vielen dank meine Liebe, dass du mich mit aufgenommen hast, ich freu mich rieisg! Da hast du ja ein paar tolle Bücher gelesen, die alle sehr interessant klicken. Da muss ich morgen direkt mal näher schauen.

    Besten Dank und hab einen guten Rutsch!

    glg Franzi

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  3. Frohes neues Lesejahr, liebe Sarah!
    Sehr schöner kurzweiliger und übersichtlicher Rückblick über Deine Bücher des Jahres.
    „Das Genie“, „QualityLand“ & „Das Buch der Wunder“ möchte ich noch lesen. Jetzt sind erstmal Bücher bei mir dran, wo es demnächst auf Autorenlesungen geht…

    Ein schönes neues Bücherblogjahr,
    Simone.

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